Jede Branche hat ihre Sprache, nutzt selbstverständlich Worte, die es wert wären, sie auf der Zunge zergehen zu lassen: Wann setzt der erste Gestalter den Fuß auf den Garamond? Und wer klärt den Mord im Quark-xPress auf? 9.704 Begriffe der visuellen Kommunikation hat Juli Gudehus zusammen getragen, mit Unterstützung von 3.513 "Co-Autoren" definiert, kommentiert, mit Meinungen und Erfahrungen garniert und geordnet. Nicht von A bis Z, sondern von Avantgarde bis After Image, nicht streng logisch, sondern kreativ assoziativ webt sie daraus eine unendliche Geschichte. Widersprüche...
Von wegen visuell, schreibt Ulrich Stock, "nicht ein Bild, nirgends". Auch ist das auf dreitausend knisternden, pergamentenen Seiten daherkommende Lesikon für ihn auch "eine Feier der Schwarte in Zeiten des Internets" ist. Kurz: das Werk der Berliner Grafikerin scheint aus Kritikersicht überaus gelungen zu sein, seine Seiten besser gestaltet als die mancher Enzyklopädie. Beinahe ein Jahrzehnt habe Juli Gudehus Namen und Begriffe aus Werbung und Gestaltung gesammelt und mit höchst eigenen Definitionen versehen beziehungsweise versehen lassen. Entzückt beugt der Kritiker sich immer wieder über blütenzarte, schwebende Details, die den Eindruck des Gewichts dieses biblischen Werkes ins Elfenhafte für ihn rücken. 3512 Autoren liste am Ende ein 68-seitiges Verzeichnis auf, staunt der Kritiker schließlich.
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