Aus dem Englischen von Barbara Christ. Das Leben der Billie Holiday war so intensiv wie ihre Musik. Leidenschaftlich, zügellos, ohne Konventionen. Julia Blackburn hat für diese Biographie lange verschollen geglaubtes Material ausgewertet: 150 Tonbandinterviews mit Zeitzeugen, die Billie Holiday aus nächster Nähe kannten. Virtuos verknüpft sie die verschiedenen Erinnerungen und lässt uns damit tief eintauchen in die Welt der "Lady Day". Sie zeigt uns die brutale Kindheit in den Slums von Baltimore, den stürmischen Aufstieg in den New Yorker Clubs der 1930er Jahre und den von Skandalen begleiteten Ruhm der ersten schwarzen Jazzmusikerin von Weltgeltung. Es ist das Porträt einer außergewöhnlich talentierten Frau, die ein Leben auf dem Drahtseil führte, stets vom Unrecht der Rassentrennung bedroht, von falschen Freunden und den Auswirkungen ihrer Drogensucht. Billie Holiday starb mit nur 44 Jahren.
In einer sehr schönen Gegenüberstellung vergleicht Konrad Heidkamp zwei Bücher, in denen die Geschichten von Billie Holiday und Courtney Love erzählt werden, die sich frappierend gleichen: Denn in der Rockhistorie mag es ein weiter Weg von den "Schlag-mich-ich-liebe-dich-Sängerin" Billie Holiday und dem Riot-Grrrl Courtney Love gewesen sei, schreibt Heidkamp, doch ihre Geschichte ist gleich: Von der Mutter ins Heim weggeben, im Heim aufgewachsen, immer an die falschen Männer geraten, von der Nadel nicht weggekommen, haben beide eine ganz eigene Mischung aus "Gefühl und Härte" entwickelt, aus Verletzlichkeit und Arroganz". Und obwohl auch die beiden Bücher ganz unterschiedlich daherkommen, entdeckt Heidkamp wieder erstaunliche Parallelen: Julia Blackburn versammelt in ihrer Biografie über Billie Holiday etliche sich widersprechende, überlappende Stimmen von außen, in Courtney Loves Tagebüchern gibt es ebenso viele Dissonanzen, die allerdings aus ihrem eigenen Kopf stammen. Ach, auch das muss gesagt sein: In keinem der beiden Bücher geht es um Musik.
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