Übersetzung von Heiner Müller. Zeichnungen von Julia Kuhl. William Shakespeare (1564-1616) wurde als Sohn wohlhabender Bürger in Stratford-upon-Avon geboren. Im Alter von zweiundzwanzig Jahren ging er vermutlich mit einer reisenden Schauspieltruppe nach London, wo er schon bald der erfolgreichste Bühnenautor seiner Zeit werden sollte. Kaum einer der Zeitgenossen allerdings erkannte seine wirkliche Bedeutung. Shakespeares dramatisches Werk umfasst mindestens 35 Stücke. "Hamlet", mit rund 4000 Versen Shakespeares längstes Drama, entstand um 1600 und wurde 1602 erstmals aufgeführt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 25.07.2002
Dass es problematisch wird, sobald in Comics Hochkunst umgesetzt wird, bewahrheitet sich für Ole Frahm mit diesem Band aufs Deutlichste. Es ist ja nicht das erste Mal, aber diese Shakespeare-Umsetzung ist wirklich derart ins Auge gegangen, dass Frahm sich George Herrimans 'Krazy Kat' lobt, ein Comic, der über vierzig Jahre die immer gleiche Geschichte von der verrückten Katze erzählte, "die es liebt, Ziegelsteine an den Kopf zu bekommen". Dabei hält er Kuhls Buch sogar für "einen der ambitioniertesten Versuche einer Adaption, die in Deutschland veröffentlicht wurden". Überambitioniert. Denn dass die Autorin sich der Reduktion verweigert und den Text der Tragödie ungekürzt gibt, ohne jedoch eine visuelle Strategie der Umsetzung zu entwickeln, verhindert die Aktualisierung des Stoffs, die das Potential des Comics laut Frahm aber durchaus bergen könnte. Nicht nur ist Kuhls Präsentation "fad", sondern sie bringt den Text auch noch förmlich um, indem sie dessen Zeilenstruktur zerbricht. "Ihre abstrakte Landschaft spiegelt nichts als die Leere, mit Hamlet nichts anfangen zu können."
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