Als Wieland den Versuch wagte, die Dramen des genialen englischen Stückeschreibers erstmals ins Deutsche zu bringen, prophezeiten ihm die Literaten der Zeit ein sicheres Scheitern: Shakespeare sei nicht zu übersetzen! Wieland ließ sich nicht beirren, übersetzte in vier Jahren 22 Stücke und löste eine beispiellose Welle der Shakespeare-Begeisterung aus. Dem jungen Goethe, Schiller und vielen ihrer Zeitgenossen hat Wieland den ersten und oft auch einzigen Zugang zu Shakespeares Dramen eröffnet. Jetzt erscheinen bei Zweitausendeins sämtliche 22 von Christoph Martin Wieland übertragenen "Theatralischen Werke", getreu der ersten Zürcher Ausgabe von 1762 bis 1766 und der zweiten von 1986 bis 1993, herausgegeben und mit Anmerkungen versehen von Hans und Johanna Radspieler, erstmals in einem Band:
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.08.2003
In seiner Rezension dieser in einem Band neu aufgelegten Wielandschen Shakespeare-Übersetzung erzählt Willi Winkler im Schnelldurchlauf die bewegte Geschichte des Lektors und Verlegers Gerd Haffmans, die von Diogenes zum eigenen Verlag zu Zweitausendeins führte, und erklärt damit, wie nun diese einst bei Haffmans veröffentlichte Ausgabe aus heiterem Himmel bei Zweitausendeins erscheint. Aus einstmals 21 Bänden ist, ein Wunder raubdruckähnlicher Verknappung, ein einziger geworden, die Kommentare verstecken sich, das ist beim Zusammendruck passiert, irgendwo mittenmang. Macht aber alles fast nichts, meint der begeisterte Rezensent, der im weiteren erklärt, dass wir Wieland, der sechs Jahre an diesem ersten deutschen Shakespeare saß, nicht weniger verdanken als die Wörter "Steckenpferd" oder "Kriegserklärung" oder "Milchmädchen" - und auch die Aufwertung gewisser süddeutscher Wendungen.
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