Julia Trompeter

Die Mittlerin

Roman
Cover: Die Mittlerin
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783895616358
Gebunden, 216 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Was macht man, wenn man von einer Literaturagentin den Auftrag bekommt, einen Roman zu schreiben jedoch gar nichts erzählen will? Die junge Frau, die sich voller Bedenken an die Aufgabe der Mittlerin herantastet, gerät dabei ins Schwitzen. Sie stürzt sich in Gedanken, Gefühle und immer absurder werdende Ereignisse. Drei Geistesgrößen beeinflussen sie: der österreichische Schriftsteller Thomas Bernhard, der antike Philosoph Aristoteles sowie besagte Mittlerin. Doch bevor die Protagonistin die Konfrontation mit dem Eigenen zulassen kann, muss sie sich der Außenwelt stellen. Auf dem Weg zu sich selbst begegnen ihr der fischgraue Oskar, der fabelhafte Bear, sowie Köfte-Belmondo, der attraktive Mann der Mittlerin.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.03.2015

Insa Wilke vermisst die existenzielle Ernsthaftigkeit in diesem Debüt von Julia Trompeter. Warum jemand heute einen Roman schreiben soll, leuchtet ihr nach dieser Lektüre jedenfalls nicht ein. Dabei thematisiert die Autorin genau das in ihrem Text, schickt eine junge Lyrikerin durch die Niederungen der marktkonformen Literatur und lässt sie als Thomas-Bernhard-Imitatorin kläglich scheitern. Leider wiederholt sich die Geschichte, meint Wilke, und Figur und Roman scheitern an genau dem, was sie beschreiben, an einer dahinplätschernden Handlung, an Leere, an Unentschlossenheit zwischen Literaturbetriebsroman, Essay, Psychogramm und Liebesgeschichte, meint die Rezensentin.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 25.08.2014

Erfrischend findet Judith von Sternburg, wie die Romandebütantin Julia Trompeter das Entstehen eines Romans im Austausch zwischen Autorin und "Verlagsfrau" schildert. Was ihr als Plotidee zunächst naiv erscheint, entpuppt sich beim Weiterlesen als aufschlussreicher Einblick in eine Romanwerkstatt, ins Schöpferische generell. Wenn die übers Schreiben grübelnde Erzählerin über Thomas-Bernhard-Epigonen und Platons Höhlengleichnis nachsinnt, merkt Sternburg schnell, wie literarisch fit die Figur ist. Dass auch die Autorin schreiben kann, erkennt die Rezensentin an der Leichtigkeit, mit der sie dem Leser das Erzählte glaubhaft macht, und daran, dass ihr ein paar Sätze genügen, um eine Welt entstehen zu lassen.
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