Mareike Krügel

Die Tochter meines Vaters

Roman
Cover: Die Tochter meines Vaters
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt am Main 2005
ISBN 9783895610738
Gebunden, 316 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

F. Lauritzen Bestattungen lautet die schlichte Botschaft auf dem Schild im Fenster. Felix - eigentlich Felizia -, die Tochter des Bestatters, weiß schon in der Wiege, welches Erbe sie in Kleinulsby bei Eckernförde antreten soll. Ihre Kindheitsjahre stehen unter dem Zeichen der elterlichen Prinzipien: Höflichkeit, Diskretion und Unauffälligkeit, denen sie jedoch mit ihrem stummen Freund Gunnar auf Mauern, Bäume und Häuser kletternd entflieht. Mareike Krügel erzählt geschickt auf zwei Ebenen. Sie kontrastiert die Welt des Kindes Felix mit der der erwachsenen Felizia, die aus Kleinulsby ausbricht und ihr Geld mit der Deutung des Lebens aus Tarotkarten verdient. Die großen Gefühle, die sie täglich aus den Karten liest, meiden sie, und nur Cary Grant scheint sie aus ihrer pragmatischen Leidenschaftslosigkeit erlösen zu können. Doch der heißt eigentlich Schmidt und ist von einem Traumprinzen weit entfernt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2005

Andreas Rosenfelder watscht Mareike Krügels zweites Buch nach Strich und Faden ab. Seine Besprechung ist ein einziger langer Seufzer. "Man kann es drehen und wenden, wie man will": Krügel habe einen Frauenroman geschrieben, mit allem, was dazu gehört. Eine dreißigjährige Tarot-Beraterin, Tochter eines Bestatters aus der Provinz, hat sich als Mädchen wie ein Junge gefühlt und ist nun auf der Suche nach einem Mann, der wie Cary Grant aussieht. Die Autorin arbeite die Elemente des Genres "fast mustergültig" ab. Schon der Umschlag, der ein jubelndes Mädchen - "Aufbegehren!" - in Fussballschuhen - Rollenkonflikt!" - zeigt, bestätigt Rosenfelder in seinem Urteil. Und auch ansonsten gibt es keine Überraschungen. Er fühlt sich bei all den "violetten Sehnsüchten" an 70er-Jahre-Esoterik erinnert, aufgefrischt mit ein paar "allerdings kreuzbraven Gender-Motiven". Stilistisch langweilt er sich zu Tode, inhaltlich entdeckt er nichts, was als Erzählstrang taugen könnte. Und die "erschreckende Erwartbarkeit" des Romans als gewollt zu betrachten, dafür fehlt ihm nach all dem der Glaube.
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