Kaum ein Werk hat so weit ausgestrahlt wie das von Charles Darwin: Seine Evolutionstheorie hat Eingang in Philosophie und Geschichtstheorie gefunden, in Soziologie, Kunstgeschichte oder Ethnologie und steht noch immer im Zentrum der Biologie. Gleichzeitig provoziert kaum eine Theorie so unterschiedliche Reaktionen. Für die einen verkörpert Darwin ein wissenschaftlich aufgeklärtes Weltbild und die Überzeugung, Vorgänge in der Natur mit wissenschaftlichen Methoden erklären zu können und nicht wie die Kreationisten mit Bibellektüre oder den Eingriffen eines Schöpfergottes. Für andere steht Darwin für eine neoliberale Ideologie, die besagt, dass stets der Stärkere siegt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 21.07.2009
Christian Schlüter hat sich in eine Fülle von Publikationen über Charles Darwin vertieft, die anlässlich des Darwin-Jahres erschienen sind. Über Julia Voss' einführendes Buch zeigt er sich hochzufrieden. Beeindruckt liest der Rezensent, dass bei den Übersetzungen von Darwins Werken zur Evolutionstheorie stets die jeweilige Landesideologie die Feder führte, und es so zu bezeichnenden Missverständnissen und Übersetzungsfehlern kam. Zusätzlich erfährt Schlüter viel über die Evolutionstheorie selbst, über die Person Darwins und seine Gegner, und so ist er nach der Lektüre, wie er bekräftigt, wunschlos glücklich.
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