Auch nach etlichen Reformen gelingt es den Schulen nicht, Kinder nach ihrer jeweiligen Leistungsfähigkeit zu fördern. Am Beispiel von vier ganz unterschiedlichen, aber typischen Jugendlichen zeigt Jutta Allmendinger in ihrem neuen Buch, was schiefläuft im deutschen Bildungswesen. Die authentischen Lebenswege der vier Freunde, die gemeinsam die Kita besuchten und sich dann schnell auseinanderentwickeln, verwebt die Autorin mit den Ergebnissen neuer Analysen zur Sozial- und Bildungsstruktur. Dabei weist Jutta Allmendinger nicht nur auf Fehlentwicklungen im deutschen Bildungswesen hin, sondern macht vor allem konkrete Vorschläge für ein besseres Schulsystem. Fest steht: Wenn wir die Bildungsbarrieren in unserem Land endlich einreißen wollen, brauchen wir mehr Zeit, mehr Geld und eine bessere Vernetzung für unsere Schulen.
Dorion Weickmann stellt sich enthusiastisch hinter Jutta Allmendigers Thesen und lobt die Soziologin dafür, dass sie sich traut, die Systemfrage zu stellen: die unseres Bildungssystems. Fünfzigtausend Fälle "unterlassener Hilfeleistung" im Schuljahr 2011/12 diagnostiziert Allmendiger in ihrer Streitschrift "Schulaufgaben", so viele Kinder haben in diesem Jahr die Schule ohne Abschluss verlassen. Die Autorin verweist erneut auf die ungleichen Chancen, die Kinder unterschiedlicher sozialer Herkunft im deutschen Bildungssystem haben, sie spricht sich gegen einen Lernbegriff aus, der "allein aufs Kognitive zielt", und fragt sich, warum wir weder von den erfolgreichen Finnen, noch aus gelungenen Beispielen in Deutschland lernen, berichtet die Rezensentin. Ganz konkret fordert sie die Abschaffung des Bildungsföderalismus und des dreigliedrigen Schulsystems, bessere Aus- und Weiterbildungen für Lehrkräfte und Ganztagsbetrieb an Schulen, fasst Weickmann zusammen. Der Föderalismus experimentiert immer noch, wo eigentlich schon Antworten vorhanden sind, die Dreigliedrigkeit reproduziert Ungleichheit: die Konsequenz ist der Bruch mit dem System, erklärt der Rezensentin.
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