Die DDR ist untergegangen und mit ihr die Durchreicheküchen der Plattenbauten, die Kübel der Kantinen und die herrschsüchtigen Kellner der HO-Gaststätten. Doch Spreewaldgurken, Hallorenkugeln und Rotkäppchensekt erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit. Subjektiv und voll erfrischender Ironie erinnert Jutta Voigt an Grilletta und Goldbroiler, an Westapfelsinen und Sarotti-Mohr. Als Zeitzeugin und Tischgenossin beschreibt sie das Einkaufsverhalten, herkömmliche Produkte sowie die untergegangene Restaurantkultur zwischen Kap Arkona und Suhl. Eine Reise durch die Kulinaria der DDR: erhellend und ganz und gar nicht geschmacklos.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2006
Überrascht zeigt sich "augf", dass Jutta Voigts Ansatz, die DDR aus ihrer Esskultur heraus zu verstehen und zu erklären, tatsächlich aufgeht: Denn diese Küche, darin stimmt der Rezensent zu, war nichts anderes als ein durchsichtiger Tausch zwischen Führung und Volk - Kalorien gegen Loyalität, "Sättigungsbeilagen" gegen Untertanenpflicht. Die SED regierte, das Volk verdaute. "Unterhaltsam" und "klug" sei das geschrieben, auch die "allfälligen Witze" zum Thema und Rezepte zum Nachkochen bleiben nicht aus. Nicht alles war provinziell in den Kartoffelfeldlandschaften östlich der Elbe: Dass die Kellner im Palast der Republik durchaus die französische Schule beherrschten -"am Tisch flambieren, filetieren, tranchieren" - auch das lässt sich in diesem Buch erfahren, so der Rezensent.
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