Kai Diekmann

Ich war Bild

Ein Leben zwischen Schlagzeilen, Staatsaffären und Skandalen
Cover: Ich war Bild
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2023
ISBN 9783421070135
Gebunden, 544 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Kai Diekmann 16 Jahre lang hat der Chefredakteur der Bild bestimmt, worüber Deutschland spricht - jetzt spricht er erstmals selbst. Als am längsten amtierender Chefredakteur der Bild-Zeitung setzte Kai Diekmann Tag für Tag die Themen, die das Land bewegten. Die Mächtigen der Republik gaben sich in seiner Redaktion die Klinke in die Hand, vertrauten sich ihm an, stachen Staatsgeheimnisse zu ihm durch - oder redeten sich auf seiner Mailbox um Kopf und Kragen. Von Boulevard bis Staatsaffäre: Kai Diekmann wusste immer, wo in den Ereignissen die Schlagzeile für die nächste Ausgabe zu finden war. In "Ich war Bild" erzählt er die Geschichten hinter diesen Schlagzeilen - und wie sie ihn und die Republik verändert haben. In "Ich war Bild" gibt Kai Diekmann exklusive Einblicke hinter die Kulissen von Europas auflagenstärkster Boulevardzeitung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.05.2023

Rezensent Michael Hanfeld lernt Ex-Bildchef Kai Diekmann in seinem Buch als Vollprofi kennen. Wie Diekmann etwa von seiner Freundschaft mit Helmut Kohl erzählt, von dessen Klasse und von der Kleinkariertheit der Kohl-Söhne, wie er seine Fehde mit der taz mit lässigem Humor nachzeichnet oder von Morddrohungen gegen seine Familie berichtet, das bietet laut Hanfeld Privat- und Zeitgeschichte. Allerdings liest er das Buch des Öfteren gegen Strich, als Geschichte von Irrtümern (so wenn es um die Beziehung des Autors zu Putin geht). Hier erscheint ihm ein Diekmann ohne Gel im Haar, mit "lockiger Naturkrause".
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.05.2023

Rezensent Lucien Scherrer trifft sich mit Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann, um über dessen Memoiren zu sprechen: 16 Jahre lang hat er die Zeitung geleitet und darüber nun ein 500 Seiten starkes Buch geschrieben. Ins Innere des Machtzentrums des Springer-Verlags lässt es das Lesepublikum aber nicht, bedauert Scherrer, er hätte sich, auch gerade wegen der aktuellen Debatten um Springer, mehr Einblicke in Machtkämpfe und in Figuren wie Diekmanns Nachfolger Julian Reichelt gewünscht, statt Prominenten-Paraden um Helmut Kohls Leichnam und Wladimir Putins nackten Körper. Auch Revierkämpfe um Feindbilder und politische Gesinnungen kommen vor, insgesamt wird alles bestens vermarktet vom ehemaligen Konzern des Autors, bemerkt der Kritiker. Es soll wohl ein zweites Buch geben, das weitere Einblicke in Machtfragen thematisieren soll - bis dahin ist sich der Kritiker unsicher, wie genau Diekmann einzuordnen ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.05.2023

Kai Diekmann ist erst vor sechs Jahren als Bildchef abgetreten, doch Rezensent Nils Minkmar kommt es vor, als führte ihn diese Autobiografie in eine andere Welt. Die Pandemie, der Krieg gegen die Ukrainie und die Eskapaden des Julian Reichelt haben die Welt und die deutschen Medien nachhaltig werden, stellt Minkmar fest. Dass Diekmann mit seiner Autobiografie vor allem Selbsterforschung und Selbstrechtfertigung betreibt, lässt den Rezensenten zwar mitunter ächzen, etwa wenn der Autor Unmengen von Materialien wälzt, um die Richtigkeit des eigenes Leben zu erkennen. Aber auch wenn einige Passagen recht vage oder unglaubwürdig erscheinen, etwa zur Hatz gegen Bundespräsident Christian Wulff oder das Abhören von Günter Wallraff, nimmt Minkmar dem einstigen Bildchef am Ende ab, dass er von einem aufrechten Konservatismus, von Wahrheitsdrang und Verbindlichkeit getrieben war.

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