Er ist Journalist, schreibt seit den Neunzigern für renommierte deutsche Zeitungen und Magazine. Und er ist ein Junkie. Im Alter von 14 Jahren hat er sich in den Drogenrausch verliebt, damals in der nordrhein-westfälischen Kleinstadt. Haschisch, LSD, Kokain und Heroin. Mit 19 bringt ihn seine Heroinsucht zum ersten Mal ins Gefängnis, mit 33 versucht der Journalist im Drogenrausch seine Freundin zu erwürgen. Der Autor erzählt von seinem Doppelleben als Journalist und Junkie: von Verzückung und Verzweiflung, Haft und Hepatitis, Partys und Porno-Dreh, Karriere und Koma, Abstinenz und Absturz.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 25.03.2004
Cornelius Tittel zeigt sich zunächst unbeeindruckt. Den interessanten eigenen Lebensweg als Junkie und Journalist verarbeite Jörg Böckem zum "Protokoll einer gewöhnlichen Suchtkarriere". Der Rezensent befürchtet, das Kokain habe Böckem dauerhaft geschädigt, zumindest für "zündende Gedanken lässt es keinen Raum". Der Autor schaffe es weder seinen wechselnden Geliebten ein Profil zu geben noch seiner Kleinstadt-Jugend Atmosphäre "einzuhauchen". Und auch das Hamburger Medienmilieu bleibe blass. Über allem, so scheint es Tittel, liegt "der Grauschleier eines merkwürdig distanzierten Therapieprotokolls". Vielleicht aber, schließt er versöhnlich, kann man das doppelt düstere Leben als Junkie und Journalist literarisch gar nicht anders darstellen, vielleicht ist also alles sogar "kongenial trist".
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