Mit 23 Fotos. Unter den Repatriierten, die sich in der SBZ und der späteren DDR einfanden, waren auch Kommunisten jüdischer Herkunft, darunter bekannte Intellektuelle wie Gerhard Eisler, Alfred Kantorowicz, Klaus Gysi und Stephan Hermlin. Die jüdischen Kommunisten verstanden sich zumeist als streng atheistisch, links, antibürgerlich, antiliberal und antizionistisch. Obwohl sie in der DDR nur eine kleine Minderheit bildeten, artikulierten sie den Anspruch, die deutsche Kultur und das "bessere Deutschland"zu repräsentieren, außerordentlich wortmächtig. Die Autorin geht einer bedeutsamen, aber verdrängten Variante der Assimilation im 20. Jahrhundert nach. Sie beschreibt Herkunftsmilieus, politische Prägungen und Überlebenserfahrungen jüdischer Kommunisten vor 1945, ihre emotionale Ambivalenz im Augenblick der Rückkehr, ihre politischen Karrieren und ihren besonderen Anteil an der ostdeutschen Vergangenheitsbewältigung im Zeichen des "Antifaschismus".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.02.2002
Rezensent Jochen Staadt bespricht vier Bücher zur DDR-Geschichte, nämlich: "Mythen in der Politik der DDR" von Raina Zimmering, "Zurückgekehrt. Die Geschichte der jüdischen Kommunisten in der DDR" von Karin Hartewig, die "Albert Norden"-Biografie von Norbert Podewins und Simone Hannemanns Buch über "Robert Havemann und die Widerstandsgruppe 'Europäische Union'". In "Zurückgekehrt - Die Geschichte der jüdischen Kommunisten in der DDR" nähert sich die Autorin Karin Hartewig mittels einer "fast enzyklopädischen" Studie ihrem Thema mit "kritischer Distanz", lobt Staadt. Er gibt hauptsächlich den Inhalt des Buches wieder. Zu spüren ist aber, dass der Rezensent von Hartewigs Herangehensweise angetan ist, als Einstieg in diesen "Teilaspekt der DDR-Geschichte" verschiedene Lebensgeschichten von SED-Funktionären jüdischer Herkunft zu beleuchten.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2001
Christian Kind ist enttäuscht von dieser Studie, die sich mit dem Schicksal der jüdischen Kommunisten in der DDR beschäftigt. Ein grundsätzliches Problem sieht er in der Kollision zweier methodologischer Ansätze, da sich die Autorin einerseits zu einer biografischen, andererseits zu einer systematischen Vorgehensweise entschlossen habe. Dies, meint der Rezensent, führt zu "zahlreichen Wiederholungen und Überschneidungen". Dass die Untersuchung aufgrund ihres wissenschaftlichen Anspruches nicht besonders lesbar geraten ist, bekümmert den Rezensenten zusätzlich. Und so schließt Kind mit dem zweifelhaften Lob, die Autorin habe "nützliche Vorarbeit" für zukünftige Studien zu dem Thema geleistet.
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