Die erste umfassende deutsche Biografie über eine der interessantesten Frauen des 18. Jahrhunderts. Das Leben, sagt Mary Wollstonecraft selbst, sei ein Wettstreit zwischen Vernunft und Leidenschaft. Dass sie mehr war als nur eine distanzierte Schiedsrichterin in diesem Kampf, das macht sie auch heute noch lebendig. Niemand hat dies besser zum Ausdruck gebracht als Virginia Woolf : "Wenn wir ihre Briefe lesen und ihren Argumenten zuhören und die überlegene und heißblütige Art wahrnehmen, mit der sie sich den Weg bahnte, so ist ihr eine Form der Unsterblichkeit unzweifelhaft gewiss: Sie lebt und wirkt, sie argumentiert, wir hören ihre Stimme und spüren ihren Einfluss noch jetzt unter den Lebenden." Mary Wollstonecraft war ihrer Zeit weit voraus: Sie kämpfte gegen die starren Regeln der Gesellschaft, die Frauen elementare Rechte und Bildungschancen vorenthielt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.10.2002
Ein so eindrucksvolles Leben wie das der 1797 gestorbenen Mary Wollstonecraft habe mehr verdient, als dieses "distanzlose, mitunter schlicht peinliche Buch" von Karin Priester, findet Tobias Döring. Diese außergewöhnliche Frau, die sich mit autobiografischen Geschichten und politischen Schriften einen Namen gemacht hat, und besonders durch ihre für damalige Verhältnisse unkonventionelle Lebensweise beeindruckt hat, ist besonders in den 70er Jahren zu einer Pionierin der modernen Emanzipationsbewegung avanciert. Die Fülle der englischsprachigen Publikationen zu Wollstonecraft, unter denen Döring vor allem die Biografie von Janet Todd hervorhebt, wird nun durch eine deutschsprachige Biografie ergänzt. Priester versucht, so Döring, die Widersprüche der Persönlichkeit herauszuarbeiten und ein Resümee ihrer Werke zu geben. Mehr als Respekt für ein solches Bemühen ergibt sich für ihn allerdings nicht. Auf eigene Recherche hätte die Autorin gänzlich verzichtet, um sich "auf die suggestive Kraft erlebnishafter Ausschmückung" zu verlassen. "In solcher Frische wird sodann drauflosfabuliert, mal herzklopfend, mal stirnrunzelnd, mal daumendrückend", und auch mal im direkten Dialog "von Frau zu Frau", so Döring. Diese Art der Auseinandersetzung mit einer respektvollen Persönlichkeit stößt bei ihm auf entschiedene Ablehnung. Eine Frau wie Wollstonecraft hätte es nicht nötig, sich retrospektiv aufklären zu lassen: "Indem Lebensbeschreibung so zu Lebensberatung wird, erreicht die Biografie das Niveau von Kummerkolumnen in preiswerten Illustrierten".
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