Christian Andree

Rudolf Virchow

Leben und Ethos eines großen Arztes
Cover: Rudolf Virchow
Langen Müller Verlag, München 2002
ISBN 9783784428833
Gebunden, 304 Seiten, 22,90 EUR

Klappentext

Mit seinen wissenschaftlichen Entdeckungen hat Rudolf Virchow die Medizin revolutioniert, mit seinen von tiefer sozialer Verantwortung geprägten politischen Wirken die Lebensumstände der Menschen in Preußen und ganz Deutschland verbessert...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.03.2003

Rudolf Virchow war nicht nur der "berühmter Pathologe", der die Medizin als Naturwissenschaft etablierte, sondern auch liberaler Politiker, Anthropologe, Ethnologe und Prähistoriker. Außerdem setzte er sich als Stadtverordneter aktiv für die Berliner Stadtpolitik ein, gründete Museen und Krankenhäuser und modernisierte die Trinkwasserversorgung, berichtet Kai Michel. Der Medizinhistoriker Christian Andree nähert sich dem schwierigen Unterfangen, eine Biografie über diesen großen Mann zu schreiben, in dem er sich hauptsächlich darauf konzentriert, "das ärztliche Ethos Rudolf Virchows zu rekonstruieren" und den Arzt auch "heutigen" Medizinern als Vorbild zu empfehlen. Obwohl die "wissenschaftlichen und politischen" Stationen im Leben Virchows nur kurz gestreift werden, hält Kai Michel diese Biografie für durchaus lesenswert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.10.2002

Wolfgang U. Eckart zeichnet mit Begeisterung einige Grundzüge des Lebens von Virchow nach und erzählt Anekdoten aus seinem Leben, wie er sie ja wohl in diesem von ihm durchaus geschätzten Werk gefunden hat. Die Biografie, schreibt er, hat ihn "beeindruckt durch ihre außerordentlich tiefe Kenntnis" und Erschließung vieler neuer Quellen, wenn er auch in letzterem Punkt die seinem Geschmack nach oft allzu ausführlichen Zitate kritisiert. Auch hätte er sich eine "präzisere Deutung und Einordnung dieser universellen Persönlichkeit in die gelehrte und politische Welt des 19. Jahrhunderts" gewünscht. Dennoch scheinen die wichtigsten Momente der Universalität Virchows durchaus zu ihrem Recht zu kommen. Eckart erwähnt ausführlich die politische Bedeutung des Mediziners, der sich vor allem mit Bismarck heftige Redeschlachten im preußischen Abgeordnetenhaus lieferte, eine Duellforderung jedoch hartnäckig ablehnte, - übrigens ebenso wie ein Engagement für den Kommunismus, den Karl Marx ihm antrug.

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