Aus dem Amerikanischen von Karl und Isabella Bruckmaier. Die Neuedition eines legendären Klassikers, der die afroamerikanische Kultur feiert und einmalig vielfältig in die aktuellen Debatten einbettet. Fast die gesamte Erstauflage von 'Negro', das Standardwerk zu afroamerikanischer und karibischer Kultur aus dem Jahr 1934, fiel im Zweiten Weltkrieg den deutschen Bomben auf London zum Opfer. Herausgegeben von der Milliardärstochter, Feministin und Menschenrechtlerin Nancy Cunard. Die Erinnerung an dieses Buch über die Kunst, Musik und Literatur Afrikas, Afroamerikas und der Karibik war fast schon in Vergessenheit geraten. Einzig eine gekürzte englische Taschenbuchausgabe sowie eine französische Edition hielten sie am Leben. Karl Bruckmaier wählte etwa 30 relevante Texte aus Nancy Cunards legendärer Zusammenschau aus und macht sie in seiner Übersetzung zusammen mit Isabella Bruckmaier erstmals auf Deutsch zugänglich.
Rezensent Julian Weber ist froh, dass Karl Bruckmaier mit seiner gekürzten Ausgabe der 1934 erstmals erschienenen Anthologie "Negro" das Werk der Herausgeberin Nancy Cunard würdigt, denn in seinen Augen gibt es in Bezug auf sie für Deutsche noch viel zu entdecken. Das Buch war die erste zusammen mit schwarzen Autor*innen gestaltete ethnografische Geschichte der afroamerikanischen Diaspora und Kultur, erklärt der Kritiker, neben der Aufarbeitung des Rassismus gegen Schwarze hebe es ihren Beitrag zu Kultur hervor und enthält außer Reportagen und Essays von bekannten schwarzen Persönlichkeiten auch immer wieder Gedichte. Sein Fazit: absolut lohnenswert!
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.10.2020
Als seltsames Buch beschreibt Rezensentin Verena Lueken diesen neunhundertseitigen Wackerstein, der Essays und Erzählungen, Gedichte und Gesänge zu schwarzem Leben und schwarzer Kultur in den USA, in Europa und Afrika versammelt. Die exzentrische Herausgeberin Nancy Cunard hat diese Sammlung 1934 zusammengestellt, in ihr kommen Musiker, Schriftsteller und Anthropologen zu Wort. Doch auch wenn Lueken die deutsche Übersetzung dieses kulturhistorischen Klassikers überfällig findet, bleibt sie doch ein wenig auf Distanz. Denn bei allem Willen zum Aufbruch sieht sie hier auch eine Vielzahl von "Unterdrückungslinien" sich kreuzen, naive Überhöhung und unreflektierten Enthusiasmus erkennt Lueken, auch wenn sie der reichen Erbin Cunard ein "prinzipielles Nichteinverstandensein" mit dem Milieu ihrer Herkunft wirklich abnimmt.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 21.09.2020
Rezensentin Nana Brink hätte sich zwar auch etwas mehr Einordnung und Information gewünscht, dennoch funktioniert für sie der von Karl Bruckmaier herausgegebene Band mit Texten afroamerikanischer Intellektueller und Künstler aus den dreißiger Jahren: Sie sieht in ihm vor allem ein Textkonvolut, das neugierig macht, die Geschichte der afroamerikanischen Kultur rekapituliert und Rückschlüsse erlaubt auf den heutigen Stand der Rassismus-Debatte in den USA. Insofern erscheint ihr die Auswahl aus der 1934 erschienenen Sammlung von Nancy Cunard, Texte des ersten schwarzen Harvard-Doktors oder von Langston Hughes, einer "Ikone der 'Harlem Renaissance'-Bewegung", als ein Muss.
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