Eine Untersuchung der "Ostpolitik des Vatikans" ist ein außergewöhnlich spannendes, aber auch besonders schwieriges Unterfangen. Allein die Komplexität des Themas zu den Quellen legen es nahe, sich diesem Thema mit sehr verschiedenen Fragestellungen und in breit angelegter Kooperation zu nähern. Die Erinnerungen jener, die aus eigener Erfahrung berichten können, sind dabei ein unverzichtbarer Mosaikstein. Die Kommission für Zeitgeschichte hat deshalb Zeithistoriker und Akteure der 1960er und 70er Jahre zu einem gemeinsamen Gespräch eingeladen. Die Referate und Diskussionsbeiträge dieser Tagung werden in dem vorliegenden Berichtsband ausführlich dokumentiert.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 09.05.2000
Hanno Helbing bespricht zwei katholische Werke zusammen: Agostino Casarolis "Wegbereiter zur Zeitenwende" und den von Karl Joseph Hummel herausgegebenen Band "Vatikanische Ostpolitik unter Johannes XXIII. und Paul VI. 1958 - 1978"
Agostino Kardinal Casaroli , lange Zeit der "Außenminister" des Vatikans, habe sich als äußerst geschickt im diplomatischen Umgang mit den Kirchen und Regierungen der Warschauer Pakt-Staaten gezeigt, schickt Helbling voraus, um dann seiner Enttäuschung Luft zu machen: Leider sei von diesem Geschick in der jüngsten Edition der als "Letzte Beiträge" versammelten Reden, Vorträge und Predigten Casarolis nichts zu spüren. Die Texte, im übrigen nicht sehr ansprechend übersetzt, wirkten allgemein und fad und hätten deswegen höchstens dokumentarischen Wert. Mit ein paar Zeilen bedenkt Helbling außerdem einen Sammelband zum Thema "Vatikanische Ostpolitik 1958 - 1978", Dokument einer Tagung, das das Spektrum der wissenschaftlichen Meinungen zur Auseinandersetzung des Vatikans mit der sowjetischen Kirchenpolitik "erfreulich gegenwärtig" werden läßt.
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