Karl Otto Hondrich

Der Neue Mensch

Cover: Der Neue Mensch
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001
ISBN 9783518122877
Taschenbuch, 200 Seiten, 10,17 EUR

Klappentext

Die Idee des Neuen Menschen ist mit dem Sozialismus nicht untergegangen. Sie hat nur die Seiten gewechselt - und das Vorzeichen. Sollte der Neue Mensch im Sozialismus alle individualistische Vorprägung verlieren, so soll er heute, in der Individualisierung, alle kollektiven Identitäten abstreifen. Aber auch der individualisierte, flexible, solidarische, weltbürgerliche, kommunikative und genetisch optimierte Neue Mensch ist elementaren sozialen Prozessen unterworfen. Dieser Band beschäftigt sich mit verschiedenen Visionen und Versionen des Neuen Menschen: dem individualisierten, dem flexiblen, dem weltweit kommunizierenden, dem genetisch verbesserten Menschen. Alle Essays haben gemeinsam, dass sie den sozialen Utopien und Atopien der letzten Jahre ihre Grenzen aufweisen, und dies aus einer konsequent soziologisch en Perspektive.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.05.2002

Konrad Adenauer, Brecht, das Neue Testament - Rezensent Christian Schütze fährt einiges an Verweisen auf, um uns von der Wichtigkeit der Sammlung zwischen 1996 bis 2001 veröffentlichter Essays des Frankfurter Soziologen Karl Otto Hondrich zu überzeugen. Dabei scheint in seiner Rezension vor allem eines offensichtlich: Hondrich ist so sehr von der Wichtigkeit seines eigenen Forschungsgebietes überzeugt, dass er "soziologische" Gesetzmäßigkeiten zu quasi-unumstößlichen Naturgesetzen erklärt. Der "Utopie" einer Gesellschaft gen-optimierter Menschen würde es also auch nicht anders ergehen als der sozialistischen beispielsweise. Der im Zuge des Fortschritts der Gentechnologie entstehende "neue Mensch" wird ganz und gar der alte sein, lebt er doch mit anderen egal wie gleichen zusammen und ist deshalb den Gesetzen "einer vor-genetischen Logik - der Soziologik" unterworfen, so Schütze und referiert weiter: Die Aufgabe der Soziologie sei es, diese "fundamentalen sozialen Gesetze, die üblicherweise kulturell, ideologisch oder utopisch überlagert sind" herauszuarbeiten. Hondrichs Buch bietet dafür einen "auch für Laien höchst anregenden Impuls", lobt der Rezensent.

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