Aus dem Französischen von Esther von der Osten. Simone Weil stellt folgende Grundfragen: Wie ist es um die Möglichkeit eines jeden Einzelnen bestellt, sein Urteil über Probleme des öffentlichen Lebens kundzutun? Wie lässt sich verhindern, dass in dem Moment, da das Volk befragt wird, dies im Klima kollektiver Leidenschaft geschieht? Unmöglich, von demokratisch-republikanischer Legitimität zu sprechen, wenn diese beiden Fragen nicht berücksichtigt sind. Offenkundig ist zunächst: eine Lösung muss von der allgemeinen Abschaffung der politischen Parteien ausgehen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.09.2009
Jens Bisky stellt den 1943 entstandenen, 1950 postum im französischen Original publizierten und erst jetzt auf Deutsch vorliegenden Text von Simone Weil vor, der ihn in seiner "melancholischen Radikalität" beeindruckt hat. Wie der Titel deutlich macht, plädiert die französische Philosophin für die Abschaffung aller Parteien, da sie im "Keim und Streben totalitär" seien, lässt der Rezensent wissen. Auch wenn er sich der Forderung so nicht anschließen mag, so erklärt er sich die Haltung der Autorin aus ihren historischen Erfahrungen. Und ihn haben die Leidenschaftlichkeit, die klare Sprache und die unerbittliche Ernsthaftigkeit sehr für den Text eingenommen.
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