Herausgegeben und kommentiert von Heinz Graber. Die historisch-kritische Edition der "Bonstettiana" - der Titel ist Bonstettens eigene Prägung - erschließt zum erstenmal die ganze Breite seiner Briefkorrespondenzen. Neuartig und aufschlussreich ist die mehrstimmige Anlage der Edition, die Polyphonie. Die Briefwechsel zwischen Bonstetten und seinen Korrespondenten werden ergänzt durch Briefwechsel zwischen seinen wichtigsten Partnern. Die Mehrstimmigkeit erstreckt sich über die Jahre 1753 bis 1832 und über den gesamten europäischen Raum. Punktuell werden Auszüge aus bisher unveröffentlichten Tagebüchern eingeflochten. Der vorliegende vierte Band der Edition, die auf 14 Bände angelegt ist und durch eine Edition der Werke Bonstettens ergänzt wird, umfasst die Jahre 1780 bis 1784, die Bonstettens Freund Johannes von Müller in Berlin (Audienz bei Friedrich dem Großen) und Kassel (Geschichtsprofessur, Neufassung der Universalgeschichte) verbringt. Der Band erweitert den Korrespondentenkreis um zahlreiche Briefbeziehungen, die Müller in Deutschland aufnimmt, und enthält bisher ungedruckte Briefwechsel, und andere mit Gleim, F. H. Jacobi und dem hessischen Minister Schlieffen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2002
Dieser vierte Band der Korrespondenz konzentriert sich zur Abwechslung mal nicht auf den Schweizer Politiker und Schriftsteller Bonstetten wie die vorhergehenden Bände, sondern auf seinen Freund Johann Müller, auch wenn bei Bonstetten die "Fäden zusammenlaufen" informiert Hanno Helbling. Die zwischen 1780 und 1784 entstandenen Briefe lassen vor allem das "Sorgenkind" Müller hervortreten, der stets unter Geldsorgen litt und nicht nur geographisch ein unstetes Leben führte, führt der Rezensent aus. Helbling feiert die Edition der Korrespondenz Bonstettens insgesamt als ein "Wunder der effizienten Realisierung", und er meint, dass der Erfolg des Unternehmens nicht zuletzt durch die relativ kleine Zahl der beteiligten Herausgeber zustande kommt. Er preist auch die "perfekte Editionstechnik", wobei er besonders davon beeindruckt ist, dass auch nach einem Verlagswechsel keinerlei Veränderungen in der Aufmachung des Bandes zu erkennen ist.
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