Louise von Göchhausen

Es sind vortreffliche italienische Sachen daselbst

Louise von Göchhausens Tagebuch ihrer Reise mit Herzogin Anna Amalia nach Italien vom 15. August 1788 bis 18. Juni 1790
Cover: Es sind vortreffliche italienische Sachen daselbst
Wallstein Verlag, Göttingen 2008
ISBN 9783835302822
Gebunden, 518 Seiten, 39,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben und kommentiert von Juliane Brandsch. Aus dem Nachlass der weimarischen Hofdame Louise von Göchhausen ist ein Reisetagebuch überliefert, das diese als Begleiterin der Herzogin Anna Amalia während eines zweijährigen Aufenthaltes in Italien schrieb. Es handelt sich um eine bislang unveröffentlichte Quelle aus dem unmittelbaren Umfeld Goethes und des klassischen Weimar. Göchhausens Tagebuch erweist sich als ein Faktenjournal, das tagtäglich, zum Teil mit genauen Zeitangaben, den jeweiligen Aufenthaltsort, die Reiseetappen, Ausflüge von Rom oder Neapel aus festhält, wie auch Besuche in Museen, Kirchen, Galerien, Konzerten und Opern. Daneben werden Begegnungen mit Menschen unterschiedlichen Standes beschrieben, sowie Anmerkungen zum Wetter, zur Qualität der Wege und Herbergen, zum Essen, zur Gesundheit usw. gemacht. Schließlich gibt es auch kurze Beschreibungen von Landschaften, knappe Urteile über Werke der bildenden Kunst oder Musik, über einzelne Menschen oder den allgemeinen Volkscharakter sowie einige in Konversationen aufgenommene, amüsante Anekdoten oder witzige sprachliche Wendungen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.11.2008

Ein bisschen mehr Sorgfalt bei der Präsentation, eine behutsame Modernisierung der Form - und das Buch wäre ein Schatz, meint Dieter Richter. So wie es ist, mit der originalgetreuen Reproduktion noch des unbedeutendsten Schreibfehlers, reicht es "bloß" zum Juwel Weimarer Klassik. Und ob das eine Menge ist! Zweifellos, beeilt sich der Rezensent zu versichern, handelt es sich bei dem Tagebuch der Louise von Göchhausen über ihre zwei Jahre dauernde Italienreise an der Seite Anna Amalias um eine so vergnügliche wie aufschlussreiche Lektüre. Richter lernt den Reisebetrieb von 1788 kennen, lauscht landeskundlichen wie sprachlichen Details und fühlt sich dabei weder von etwaigen literarischen Ambitionen noch von vermeintlich großen Gefühlen oder Gedanken der Verfasserin gestört. Die festgehaltenen Miniaturen aber bringen die Fantasie des Rezensenten in Gang. Unterstützt durch den "üppigen" Kommentar lässt er ihr freien Lauf.

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