Kaska Bryla

Roter Affe

Roman
Cover: Roter Affe
Residenz Verlag, Salzburg 2020
ISBN 9783701717323
Gebunden, 240 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Roland K., mehrfacher Mörder und Vergewaltiger, sitzt in der JVA Moabit seine Haftstrafe ab. Mit Mania, der Gefängnispsychologin, scheint ihn mehr zu verbinden als ein paar Therapiestunden. Doch als Manias Kindheitsfreund Tomek aus Wien verschwindet und sie sich gemeinsam mit der Hackerin Ruth auf die verzweifelte Suche nach ihm macht, beginnt ein rasant erzählter Wettlauf mit der Zeit. Werden sie Tomek finden? Und will Tomek überhaupt gefunden werden? Und was hat das alles mit Roland K. zu tun?

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 01.12.2020

Rezensentin Julia Wasenmüller annonciert einen lesenswerten politischen Debütroman mit diesem Buch der polnischen Autorin Kaska Bryla. Viel über die Handlung dieses Roadmovies mit Krimielementen verrät die Kritikerin allerdings nicht, nur so viel: Fünf Protagonist*innen hat der Roman, die in der JVA Moabit als Gefängnispsychologin arbeitende Psychologin Mania, ihre Freunde Tomek, Ruth, Zahit und die Hündin Sue (aus deren Perspektive ebenfalls erzählt wird), erfahren wir. Vielmehr interessiert sich die Rezensentin für die Form des Romans. Theaterdialoge und exakte Schilderungen von Geschichte und Gesellschaft Polens wechseln einander ab, Migration und Traumata spielen nur hintergründig eine Rolle, ebenso queeres und jüdisches Leben in Polen. Dass Bryla bei all diesen Motiven und "philosophischen Fragen" die Spannung aufrecht erhält, ringt der Kritikerin hohe Anerkennung ab.