Katharina Faber

Fremde Signale

Ein Album
Cover: Fremde Signale
Bilger Verlag, Zürich 2008
ISBN 9783908010906
Gebunden, 320 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Katharina Fabers Roman erzählt die Geschichte der drei jungen Toten Michail, Linette und Boris, die als Schutzengel ausgeschickt sind, über das Leben eines in den fünfziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts geborenen Mädchens zu wachen. Wenn die Toten als Schutzengel zu uns reden, tun sie das nicht in einer Sprache oder mit den Zeichen einer Sprache. Wenn sie warnen, werden sie oft nicht verstanden, weil die Signale, die sie uns übermitteln, fremde Signale sind.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.09.2008

Florian Kessler bescheinigt Katharina Fabers Roman "aufregende Langeweile", was er durch und durch als Kompliment verstanden wissen will. Die Schweizer Autorin lässt darin nämlich drei Engel vom alles in allem eher gewöhnlichen Leben der Katharina Faber erzählen, durchsetzt diese dreifache, fragmentarische Lebensbeschreibung aber zunehmend mit Erinnerungen der früh Gestorbenen an das eigene Leben und Sterben, erklärt der Rezensent. Indem die Autorin ihr eigenes Leben durch die drei überirdischen Stimmen erzählen lässt, wirkt es nicht nur seltsam fremd und im Kontrast zu den Schicksalen der Erzähler eher "matt", dadurch, dass das Buch eine geschlossene Lebenserzählung gezielt verweigert, entwickelt es auch in großer formaler Eleganz ein erzählerisches Verfahren weiter, das Faber bereits in ihrem Debütroman eingesetzt hat, wie sich Kessler erinnert.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.08.2008

Mit Esoterik hat das nichts zu tun, beruhigt uns Beate Tröger. Mit Engeln schon. Allerdings werden die drei Schutzengel, die sich der Hauptfigur in diesem Roman von Katharina Faber annehmen, im Lauf der Lektüre derart plausibel, dass Tröger sich ganz auf die damit gegebene Außenperspektive einlassen und davon profitieren kann. Das riskante Konzept aus Engelsfiktion und biografischen Daten der Autorin (die Heldin trägt ihren Namen) geht auf, weil es, wie Tröger schreibt, nicht zur Selbstentblößung kommt, der Text wird nicht autobiografisch. Stattdessen zieht die ungewöhnliche, dennoch "flüssig lesbare" Textur, unterstützt von einem "unsentimentalen Ton", die Rezensentin in ihren Bann und führt sie zu einem zentralen Thema des Buches: Die Deutungsvielfalt des Lebens und die Würde des Einzelnen als unantastbare Größe. Lohnende Lektüre aus der Feder einer bislang noch wenig bekannten, hervorragenden Erzählerin, meint Tröger.
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