Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.11.2008
Hätte die Lektüre dieses Romandebüts ewig gedauert, der Rezensent wäre glücklich geworden damit. Das Problem der von Isabelle Huser als genealogisches Puzzle entworfenen Familiengeschichte nämlich wird für Richard Kämmerlings erst so richtig offenbar, als er damit zum Ende kommt. Was beim Lesen noch als geschickt arrangiertes Mosaik aus wechselnden Perspektiven Freude bereitet, knarrt am Ende für den Rezensenten deutlich vernehmbar mit den Scharnieren einer "lehrbuchmäßigen" Konstruktion. Zwar steht in der Mitte des Mosaiks die Lebensgeschichte des Ettore Camelli, die dafür sorgt, wie Kämmerlings noch erleichtert feststellt, dass der Mythos der Herkunft besiegt wird und Fakten regieren, Stoff, wie es heißt. Die Ordnung der eben erst freigelegten Erinnerungsschichten, einer für Kämmerlings äußerst vielversprechenden, wenn auch verwirrenden Dichte, durch die allzu fürsorgliche Autorin wirkt auf die "Leuchtkraft" des Textes allerdings verdunkelnd, bedauert sichtlich: der Rezensent.
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