Kathrin Groß-Striffler

Die Hütte

Roman
Cover: Die Hütte
Aufbau Verlag, Aufbau 2003
ISBN 9783351029890
Gebunden, 158 Seiten, 15,90 EUR

Klappentext

In einer abgelegenen Hütte am Fuß der Blue Ridge Mountains verbirgt sich eine junge deutsche Studentin. Sie will vergessen, was ihr geschen ist, sie will den Anrufen entkommen und der Furcht und den Träumen. Doch vor Erinnerungen kann man nur flüchten, und so treibt die äußere Verfolgung sie immer weiter auf die verdrängten Bilder der eigenen Vergangenheit zu. Ein suggestives Psychodrama um Angst, Verdrängung und Auflehnung, glasklar und intensiv erzählt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.03.2004

Jutta Person sieht die Gefahr in dem Roman über die deutsche Studentin Johanna, die sich vor einem gewalttätigen Ehemann in die amerikanische Blue Ridge Mountains flüchtet, darin, dass ein "Über-Opfer" entwickelt wird, das nur allzu schnell im Klischee versinkt. Die Nöte, die sich im Leben der Protagonistin häufen - Missbrauch in der Kindheit, Gewalt in der Ehe, ungewollte Abtreibung - empfindet die Rezensentin als "Leidensüberdosis". Hier sind "alle Klischees weiblicher Wehrlosigkeit" versammelt, so Person unzufrieden, die der Autorin zwar "psychologisches Einfühlungsvermögen", aber eben auch "gefühlige Psychologie" attestiert. Insgesamt, so die Rezensentin bedauernd, überlagert die "psychotherapeutischer Fallgeschichte" die "verdichtete Form" des Romans.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.11.2003

Von einem Doppeldebüt berichtet Hannelore Schlaffer: neben "Das Gut" legt Kathrin Groß-Striffler mit "Die Hütte" ihren zweiten Roman in einem Jahr vor. War "Das Gut" in der Alten Welt verankert und ein Abgesang auf das Landleben mit zivilisationskritischen Untertönen, spielt "Die Hütte" dagegen in der Neuen Welt. Aber auch hier kommt wieder das Landleben zum Zuge: die Protagonistin, von ihrem amerikanischen Freund verlassen, quartiert sich bei einer alten Dame ein und pflegt deren Pferde. Groß-Striffler, behauptet Schlaffer, liebe die einfachen Dinge und klare Handlungen, außerdem pflege sie einen einfachen Stil, der sich auf Thomas Bernhard beruft. Die immer gleichen Verrichtungen verweisen für Schlaffer auf etwas Bedeutendes in der Vergangenheit, was zunächst an den weggegangenen Freund denken lässt, in Wirklichkeit aber auf noch länger Zurückliegendes zurückführt, nämlich zum Vater, der die Tochter einst belästigt hat. Hier sei Groß-Striffler nun beim Modethema Numero eins angelangt, bedauert Schlaffer sehr und beklagt eine Tendenz in der Gegenwartsliteratur, sich als psychologische oder soziale Vermittler der Wirklichkeit und ihrer Skandalnachrichten zu gerieren.

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