In Richard Königs Haus laufen die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Doch Weihnachten ist weiß Gott nicht mehr das, was es einmal war, und auch Richard ist nicht mehr der, der er einmal war. Ihn plagt der graue Star, und er wartet auf die Ankunft Gottes in dieser gottlosen Finsternis. Als er plötzlich wieder sehen kann, weiß er, dass Gott ihm ein Zeichen gesandt hat. Seine Frau Waltraud dagegen möchte das Fest der Liebe feiern. Doch das Weihnachtsmahl missrät gründlich. Die Schwiegertochter ist in anderen Umständen, der Sohn Roman, ein impulsiver Journalist. Nur Nick, der 14-jährige Enkel, ist anders. Tief, klug und frühreif - ein bisschen wie Richard selbst, damals im Berlin der 30er Jahre. Zur heiligen Stunde scheint sich Richards Prophezeiung zu erfüllen: Plötzlich sind da Rauch und Licht und eine Gestalt, die wahrlich überirdisch und gewiss nicht gottlos ist.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 27.10.2012
Eines muss Rezensent Rudolf Neumaier Matthias Matussek lassen: Die publizistische Marktlücke, den Glauben als "Sensation" anzupreisen, hat er als Erster entdeckt und gleich grandios besetzt. Außerdem muss Neumaier gestehen: Matusseks neuer, nun mehr literarischer Versuch, sein "katholisches Abenteuer" zu verkaufen, ist nicht so übel wie das allzu verbissene Vorgängerwerk. Die in "Die Apokalypse nach Richard" erzählte Geschichte um einen 85 Jahre alten, demenzkranken Mann, der sein Schicksal standfest und mit bravem Gottvertrauen erträgt, erscheint Neumaier bisweilen sogar "edelfederleicht hingetupft". Friedlicher, auch unterhaltsamer findet der Kritiker die Erzählung, in der sich schließlich alle "säkularen" Familienmitglieder beim Weihnachtsfest um den gottesfürchtigen Großvater versammeln. Hätte Matussek doch bloß auf die vielen "prolligen" Einwürfe, Provokationen und Polemiken, etwa gegen "Priesterintiativen, Schwulen- und Frauengottesdienste und Heiner Geißler", verzichtet, klagt der Rezensent.
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