Katia Mann, Thomas Mann

"Liebes Fräulein Herz"

Briefwechsel mit Ida Herz 1924-1955
Cover: "Liebes Fräulein Herz"
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2025
ISBN 9783103976717
Gebunden, 800 Seiten, 38 EUR

Klappentext

Die jüdische Buchhändlerin Ida Herz war Thomas Manns treueste Leserin und erste Archivarin. Auch wenn in der Familie Mann manchmal über "Herzchen" gespottet wurde, wussten alle: Ihre Treue war bedingungslos. Häufig nahm Thomas Mann ihre Hilfe in Anspruch. Er nahm Anteil an ihrem Exilschicksal, öffnete sich ihr in Briefen und porträtierte sie im "Doktor Faustus". Ida Herz sagte über Thomas Mann: "Er war mein bester Freund". Es war allerdings eine ungleiche Freundschaft, eine Geschichte von euphorischer Hingabe und schließlich bitterer Enttäuschung. Über 400 Briefe dokumentieren diese ungewöhnliche Beziehung, in die auch Katia Mann einbezogen war.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.05.2025

In nicht gerade vorteilhaftem Licht erscheint Thomas Mann in diesem Briefwechsel, und der rezensierende Literaturwissenschaftler Rüdiger Görner verschweigt es nicht. Ida Herz hatte Mann noch in der Weimarer Zeit in der Tram angesprochen, daraus entspann sich eine, nun ja "Freundschaft", in der Ida Herz eine dienende war, denn sie sammelte Archivalien Thomas Manns, und sie half ihm auch bei der Bergung wichtiger Dokumente aus seiner Münchner Bibliothek, erzählt der Rezensent. Die Thomas-Mann-Forschung verdanke ihr viel. Sie war ihm wohl hingegeben. Einmal scheint sie versucht zu haben, ihn zu küssen, was ihr im Tagebuch Bezeugungen tiefsten Ekels einbrachte. Politisch verstanden sie sich gut - auch wenn es einmal knallte -, und sie spürte und benannte seine grundsätzliche Sympathie zum Jüdischen und für die Demokratie. Aber er behandelte sie in seinen Briefen und erst recht in seinen Tagebüchern, die sie im hohen Alter noch zur Kenntnis nehmen musste, mit kältester Hochnäsigkeit und als Faktotum. Ein Dokument, so Görner, aber nicht immer eins, das man gern zur Kenntnis nimmt.
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