Mit diesem Buch erscheint zum ersten Mal eine Sammlung von Warhol-Interviews aus den Jahren 1962 bis 1987. Andy Warhol, der im Laufe seines Lebens unzählige Interviews gab, verstand es, mit Intelligenz, Witz und oft umwerfender Komik als Interviewter aus jedem Interview sein eigenes Kunstwerk zu machen. Diese Auswahl von 36 Interviews und Gesprächen - einige davon hier erstmals veröffentlicht - stammen aus den unterschiedlichsten Quellen, von Schülerzeitungen bis zu Vogue, erfundene Interviews, Gespräche mit einem Taxifahrer, mit Kunstkritikern, beim Shopping.
Ganz hingerissen ist Rezensent Konrad Heidkamp von den 36 Interviews mit Andy Warhol, die Kenneth Goldsmith fast zwanzig Jahre nach dem Tod der Pop-Ikone herausgegeben hat. Mag die Auswahl manchen auch beliebig erscheinen - für Heidkamp vermittelt sie einen "aufregenden" Einblick in Wahrhols Universum, in verschiedene Phasen seines Schaffens, seine Themen, sein Leben. Dabei kann er dem Künstler weder allzuviel Ironie noch raffinierten Witz bescheinigen. Was Heidkamp für Warhol einnimmt und geradezu fröhlich stimmt, ist dessen "neugierige Unaufgeregtheit", mit der er sich allen Schubladen, Interpretationen, Festlegungen leichthändig entzieht. In allen Interviews entdeckt Heidkamp die "wunderbare amerikanische Dialektik", auf Fragen nach der Kunst mit dem Alltag zu antworten. Campbell-Suppendosen etwa habe Warhol gemalt, weil er zwanzig Jahre lang Campbell Soup gegessen habe. Lobend äußert sich Heidkamp auch über das Vorwort, das Klaus Theweleit zum Band beigesteuert hat.
Auch wenn zu Andy Warhol bereits viel gesagt worden ist - über den "Manhattanite" sei noch längst nicht alles bekannt, glaubt Brigitte Werneburg. 36 Interviews und Gespräche hat der New Yorker Schriftssteller Kenneth Goldsmith vornehmlich im Pittsburgher Warhole-Archiv ausgegraben - eine verhältnismäßig enge Auswahl bei einem Künstler, der dazu neigte, jeden "erdenklichen Dokumentenfitzel" seines Lebens zu inventarisieren. Aber das tut dem nun auch deutscher Ausgabe vorliegenden Band keinen Abbruch, erfreut sich die Rezensentin. Denn der Kurt-Liebig-Verlag weiß, "wie Warhol zu packen, also zu verpacken ist" - mit einer klugen und groß formatierten Auswahl von Schwarz-Weiß Fotografien und dem "Glamour eines Magazinlayouts". Und dies sei durchaus konsequent, erläutert Werneburg: Weil der Band etwas von jener Oberflächenästhetik und "beispielhaften Coolness" wiedergebe, mit der Warhol "seinen enormen Ehrgeiz maskierte". Und nicht nur das: In den oft einsilbigen Gesprächen wird zugleich die politische Haltung eines Künstlers deutlich, der sich "gegen die Vereinnahmung als Kommentator des eigenen oder fremden Werks, gar des Zeitgeschehens" wehrt.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…