Was eigentlich ist ein gutes Gedicht? Lyrik gilt oftmals als schwierig. Dabei ist Lyrik allgegenwärtig in Gebrauchstexten, in Liedern, in der Werbung: "Haribo macht Kinder froh und Erwachsene ebenso". Kerstin Hensel, selbst eine angesehene Lyrikerin und Lyrikdozentin, untersucht Texte aller Art und erklärt, was ein gutes Gedicht ist und was gelungene Gedichte von schlechten und völlig missratenen unterscheidet. Sie demonstriert, dass auch schwierigste Gedichte verstanden und in ihrer Qualität beurteilt werden können. Mit ihrem Handbuch schafft sie für alle, und nicht nur den Lyrikliebhabern, einen unverkrampften Zugang zu Gedichten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 20.06.2014
Kerstin Hensel versucht sich in "Das verspielte Papier" an einer kleinen Gedichtschule für Amateurlyriker, die zwar eine angenehme Abwechslung zu dem schweren Pathos anderer Bücher bietet, dabei allerdings nicht nur didaktische Vereinfachungen vornimmt, berichtet Nico Bleutge. Zum einen erscheint dem Rezensenten der Gedichtbegriff der Autorin zu traditionell, modernere Varianten, die sich stärker mit ihrer eigenen Materialität auseinandersetzen, werden ausgeblendet, zum anderen geht Hensel für Bleutge etwas zu selbstverständlich mit ihren Interpretationen um, ohne das schlichte "Verstehen" von Gedichten kurz zu problematisieren. Ihre "Schulung des guten Geschmacks" zeigt also vor allem den Geschmack der Autorin - nicht ohne Lesevergnügen, betont der Rezensent allerdings.
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