Norbert Hummelts neue Gedichte umkreisen in immer neuen Variationen den Pan-Mythos. Das sind zum einen Gedichte, die von der Polarität zwischen Furcht und erotischer Anziehung durchzogen sind. Im Titelgedicht wird zwei Liebenden in der unheimlichen Stille eines Sommertags eine glückliche Stunde geschenkt. Sie durchwandern, ohne anzuhalten, die flirrende Landschaft und entgehen so der Gefahr, den Dämon aus seinem Schlaf zu reißen. Worauf Pan an seinem hellen Ort lauert, kann das Paar nur erahnen. In anderen Gedichten, deren schwebend leichter Ton unverwechselbar und tief eindringlich ist, beschwört Norbert Hummelt die sinnlichen Schauplätze eines inneren Geschehens herauf, das zwischen Glücksverlangen und dem Wissen um Vergänglichkeit hin und her gerissen wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.02.2012
Irritation unter modernen Lyrik-Fans befürchtet Michael Braun angesichts der Anklänge zum frühen George, die diesen Gedichtband von Norbert Hummelt prägt, wie er feststellt. Gleichwohl hält Braun den elegischen Ton und die anmutige Sprache der hier unter der Schirmherrschaft Pans versammelten Gedichte für bewegend, ja ergreifend. Kühn erscheinen ihm die animistisch geprägten Alltagsszenen, die der Autor in der Eifel, am Niederrhein oder in Berlin ansiedelt und die hier, mehr als bislang bei diesem Autor, sich mit dem Tod auseinandersetzen, wie Braun erkennt.
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