Kikuo Johnson

Kein anderer

Cover: Kein anderer
Reprodukt Verlag, Berlin 2022
ISBN 9783956403040
Gebunden, 112 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Sven Scheer. Charlene, alleinerziehende Mutter und Krankenschwester in der Notaufnahme, lebt mit ihrem kleinen Sohn Brandon auf Hawaii und pflegt zu Hause ihren kranken Vater. Die mühevoll aufrechterhaltene Normalität der kleinen Familie fällt in sich zusammen, als ihr Vater tödlich verunglückt. Charlene, die jahrelang alle anderen an erste Stelle gesetzt hat, sieht dies als Chance für einen Neuanfang: Sie kündigt und schreibt sich für ein Medizinstudium ein. Zur Beerdigung des Vaters taucht ihr Bruder Robbie nach langer Abwesenheit wieder auf, ein gutmütiger, aber unsteter Amateur-Musiker. Robbie und Charlene müssen lernen, ihre alten familiären Rollen als die Verantwortliche und der Ausreißer hinter sich zu lassen, während Brandon seinen Kummer auf seine verschwundene Katze Batman konzentriert.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 15.03.2022

Begeistert liest Christoph Haas diese Graphic Novel von R. Kikuo Johnson. In ebenso minimalistischen Zeichnungen wie Texten erzähle der Hawaianer die Geschichte einer Familie, in der jedes einzelne Mitglied den Alltag und das Zusammenleben bewältigt, ohne dabei Aufmerksamkeiten oder Mitgefühl füreinander aufzubringen: die alleinerziehende Mutter kümmerte sich zugleich um den dementen Vater, der kurz darauf verstirbt und reagiert unempathisch auf den Verlust der Katze des Sohnes. Der früh weggezogene Bruder hilft bei der Organisation der Beerdigung und leistet seinem Neffen Gesellschaft, nachdem er sich jahrelang allein für seine Musikerkarriere interessierte, fasst der Rezensent zusammen. Darin verspürt Haas "die lakonische Short-Story-Ästhetik eines Ernest Hemingway", die mit wenigen Strichen und gedeckten Farben gekonnt in Bildsprache übertragen werde, wobei grelleres Rosa und Orange punktiert Akzente setzten und die Bildanordnung für Dynamik sorgt. So habe der Autor ein Werk erschaffen, in dem eigentlich nichts "Außergewöhnliches" passiert und das doch den Rezensenten in "atemlose Spannung" versetzt.

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