Aus dem Englischen von Gunnar Kwisinski. Im neuesten Fall wird der Ausnahme-Detektiv mitten im Dschungel von New York City von einer traurigen Tropenkrankheit niedergestreckt. In der Gesellschaft zweier nicht sehr ergiebiger Gesprächspartner (seine Katze und ein Puppenkopf), ist er ein Gefangener im eigenen Loft in Manhattan. Zwischen Fieberanfällen und Halluzinationsschüben, die ihn aufs Lager werfen, ist nicht viel mehr drin als ein gelegentlicher Blick aus dem Küchenfenster. Doch Hilfe naht von den Village Irregulars, lauter prima alte Kumpels, die ihn mit Tee, Whiskey, Pizza, Zuwendung und Ratschlägen füttern und mit alkoholsatten Gelagen sein Heim in einen Saustall verwandeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.11.2008
Eric Pfeil holt weit aus für seinen Verriss. Einst schien ihm Kinky Friedman die Speerspitze der intelligenten Provokation, Friedmans Debüt "Greenwich Killing Time" als virtuoser Krimi ohne Kompromisse. Und nun? Liest er Friedmans neuesten auf Deutsch erschienenen Roman, möchte Pfeil heulen. Die Entwicklung des Autors zum kultischen Verehrer seiner selbst scheint ihm abgeschlossen zu sein. Dass Friedman seine Hauptfigur, sein "stilisiertes Selbst", mit einem Plot konfrontiert, den Pfeil kaum als solchen erkennen kann, dass er die alte Lakonie durch Altersmelancholie ersetzt und statt Ironie nur noch Geschwätz verbreitet, kann der Rezensent ihm nur schwer verzeihen. In den skeptischen Kolumnisten Friedman setzt Pfeil jetzt all seine Hoffnung, in den Romanautor Friedman aber würde er wohl nicht mehr investieren.
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