Im Sand von Brighton Beach liegen die blutdurchtränkten Kleider eines Kindes. Es ist nicht das erste Mal, dass in der russisch-jüdischen Gemeinde ein Kind auf bestialische Weise ermordet wird. Panik und Hysterie machen sich in Brooklyn breit, wo die Menschen wenige Monate nach dem 11. September nur schwer in ihr gewohntes Leben zurückfinden. Artie Cohen aber versucht, einen kühlen Kopf zu bewahren. Nur widerstrebend beginnt der Polizist im Umfeld der eigenen russischen Verwandtschaft zu ermitteln. Und dann verschwindet sein Patenkind Billy - immer tiefer wird Artie in einen Fall hineingezogen, der eine grausame Wahrheit für ihn bereithält...
Angetan zeigt sich Rezensent Kolja Mensing von Reggie Nadelsons Thriller "Russische Verwandte", der von der Terror-Paranoia nach den Anschlägen des 11. September in New York erzählt. Im Mittelpunkt sieht Mensing den Ermittler Art Cohen, der nach zwei Jahren Tätigkeit in der Abteilung für Terrorismusbekämpfung des New York Police Department in eine Sonderkommission wechselt, die sich um Verbrechen an Kinder kümmert. Die Ermittlungen führen Cohen, der vor vielen Jahren aus der UdSSR in die USA eingewandert ist, in die Kreise in Brooklyn lebender russischen Einwanderer, wo ihn seine russische Vergangenheit wieder einholt. In Nadelson Thriller sei es nur ein kurzer Weg von der verzweifelten Nostalgie der russischen Einwanderer bis zur amerikanischen Depression des frühen 21. Jahrhunderts, urteilt Mensing, "in der der Mord an einem Kind genauso wie der Terrorismus und seine hysterische Bekämpfung allein die Symptome einer kranken Gesellschaft sind".
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