Ravan und Eddie - das sind zwei Welten, die auf engstem Raum in einem Mietshaus in Bombay, einem Chawl, aufeinander treffen. Ravan, der Sohn aus einer Hindu-Familie, und Eddie, ein portugiesisch-stämmiger Katholik, wachsen in verschiedenen Stockwerken desselben Hauses mit unterschiedlichen Religionen und Kulturen auf. Von klein auf ist das Leben der beiden Jungen schicksalhaft miteinander verbunden. Nagarkar entwirft aus der Perspektive der Heranwachsenden mit feinem, manchmal schwarzem Humor ein vielfältiges indisches Gesellschaftsbild.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.05.2005
Kiran Nagarkar hat mit "Ravan und Eddie" einen großartigen Roman geschrieben, findet Claudia Wenner. Das Leben der Protagonisten spielt sich in und um einen so genannten Chawl ab - einem vier- bis fünfstöckigen Mietshaus, wie sie typisch für Indien sind und hier von Nagarkar als "mikrokosmisches Abbild der heterogenen indischen Gesellschaft " in Dienst genommen werden, erzählt die Rezensentin. Obwohl der Hindu Ravan und der Christ Eddie in "Paralleluniversen" leben, gebe es Grenzüberschreitungen, die wiederum "alle romantischen Vorstellungen vom multikulturellen Miteinander" konterkarieren würden. Claudia Wenner lobt einfach alles an dem Buch: seinen Stil, "dem nichts heilig ist, außer dem Leben der Figuren", die Fähigkeit des Autors zu "Empathie", die Bodenständigkeit des Plots: "Statt ein Konzept mit Wörtern zu füllen, findet Nagarkar Worte und Bilder und Geschichten für Erfahrungen, die so elementar mit Fragen der Zugehörigkeit und Ausgrenzung zu tun haben, dass sie Nehrus Mantra von der Einheit in der Vielfalt vorgeordnet sind." Gute Arbeit bescheinigt Wenner abschließend auch den Übersetzern und dem A1-Verlag.
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