"Denn allerorts ist man sich einig in der Erkenntnis, dass keinerlei Aussicht besteht, sterben zu dürfen, bevor man nicht gelebt hat": Obervertrauensarzt Dr. Hubertus Wambach, achtzigjähriger Ruheständler, geht Tag für Tag nur noch seinen ganz privaten Neigungen nach. Da ist kein Hoch mehr, da ist kein Tief mehr. Aber am Ende seiner Tage, ganz überraschend, begegnet er nochmals dem Leben: Ise, das fünfjährige Mädchen aus der Nachbarschaft verliert ihre Rapunzel, die Lieblingspuppe. Ganz so wie vor Jahren Dr. Wambach seine geliebte Frau verlor. In Ises Trauer und Verzweiflung erlebt der alte Mann nochmals seine eigene, er leidet mit, er tröstet, wird Ises Beschützer und Vertrauter. Er schreibt, er fingiert sieben "Trostbriefe" der Puppe Rapunzel an Ise, die Puppenmutter...
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.01.2002
Fast liebevoll bespricht Hermann Wallmann diesen "kleinen Roman" von Klaus Nonnenmann. Detailliert erzählt der Rezensent die Geschichte nach, in der der Titelheld ein kleines Mädchen zu trösten versucht, das seine Puppe verloren hat. Besonders interessant an dieser rührenden Geschichte sei die Tatsache, dass sie auf eine Anekdote zurückgehe, die Dora Dymant, die letzte Lebensgefährtin Kafkas, über eines der persönlichen Erlebnisse des Autors berichtete. Das einzige, was der Rezensent an diesem Buch bemängelt, ist die Tatsache, dass in dieser Neuauflage des 1959 erstmals erschienen Romans jeder Hinweis auf einen hierzu erschienenen Aufsatz von Marthe Robert in der Kulturzeitschrift "Merkur" oder auch ein Abdruck desselben fehlen.
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