Mit dreizehnseitigem Zahlenmaterial. Eine kleine Schar germanischer Barbaren zieht quer durch Europa bis nach Nordafrika, erobert Rom und ist unmittelbar am Untergang des weströmischen Reiches beteiligt: die Vandalen. 100 Jahre besteht ihr Königreich, bevor sich ihre Spuren ebenso schnell wie rätselhaft verlieren. Kein anderer Germanenstamm hat eine so lange Unabhängigkeit erreicht wie sie. Dieses Vandalenreich ist in einzigartiger Weise verbunden mit seinem ersten und bedeutendsten König, Geiserich. Er war es, der sie auf römisches Gebiet im heutigen Tunesien führte, sich in militärischen Auseinandersetzungen behauptete und einen gut organisierten Staat installierte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2014
Von der Lust am guten Leben erfährt Andreas Kilb in diesem Buch des Bonner Historikers Konrad Vössing allerhand. Dass die echten Vandalen mitnichten für blinde Zerstörungswut zu haben waren, sondern eher für die Nutznießung des kriegerisch Eroberten, lernt er hier. Für Kilb Neuigkeiten, von denen er gerne mehr vorgefunden hätte in diesem Band. Da dem nicht so ist, und dem Autor abzüglich 50 Seiten Anhang bloß 150 Seiten zur Verfügung stehen um eine echte Forschungslücke zu schließen, wie Kilb erklärt, reicht es nicht zum Standardwerk. Kilb etwa fehlt ein Porträt des Vandalenvaters Geiserich sowie eine befriedigende Darstellung des Scheiterns seiner Nachfolger und Überlegungen zur militärischen Schlagkraft dieses Volkes.
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