Kriszta Bodis

Artista

Cover: Artista
Voland und Quist Verlag, Dresden - Leipzig 2010
ISBN 9783938424407
Gebunden, 272 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Christina Kunze. Die 14-jährige Pickler, ein für sein ständiges Ausreißen bekanntes Heimkind, stirbt unter ungeklärten Umständen beim Sturz von einem Hochspannungsmast. Das Ganze wird als Unfall deklariert. Die junge Psychologin Judit nimmt sich des Falles an und interviewt die Menschen, mit denen Pickler zuletzt zu tun hatte. Diese weisen jede Mitschuld am Tod des Mädchens von sich, entlarven sich dabei aber selbst und machen sich nicht selten lächerlich. Nach und nach kommt Judit Pickler auf die Spur: der Herumtreiberin auf der Suche nach Freiheit und Abenteuer, der Außenseiterin, die sich nach menschlicher Wärme und einem Platz in der Welt sehnt. Ihr kurzes Leben stellt sich immer mehr als eine Serie von Fluchtversuchen dar: Flucht vor dem obdachlosen Vater, vor der kaputten Mutter und dem gewalttätigen Stiefvater, vor ihrem Erzieher im Kinderheim. Nur bei den Roma fand sie zeitweilig so etwas wie Geborgenheit.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.03.2010

Stefanie Peter hat den ersten auf Deutsch vorliegenden Roman von Kriszta Bodis, einer Dokumentarfilmerin und sich lautstark im ungarischen Literaturbetrieb zu Wort meldenden Autorin gelesen. Ihr Eindruck ist zwiespältig, aber nicht ohne Sympathie. Die Autorin erzählt darin die tragisch endende Geschichte der in einem Kinderheim lebenden Vierzehnjährigen, die von einer Soziologin mit dem staatlichen Auftrag, die Zustände in den Kinderheimen zu untersuchen, aufgerollt wird, fasst die Rezensentin zusammen. Der Roman schwanke zwischen Sozialreportage und Literatur, und Peter findet, dass er sich stilistisch mitunter zu ambitioniert gibt, sprich sich allzu spröde liest. Trotzdem aber zeigt sie sich sehr berührt von dieser Geschichte von den Randgebieten des Lebens, und sie schreibt ihr eine "Dringlichkeit" nicht nur für die ungarische Gesellschaft zu.

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