Mit einem Vorwort von Andrej Kurkow. Aus dem Ukrainischen übersetzt von Irina Bondas, Kati Brunner, Claudia Dathe, Christiane Körner, Alexander Kratochvil, Lydia Nagel, Olga Radetzkaja, Jennie Seitz, Andreas Tretner und Thomas Weiler. In "Leben" erzählt Oleg Senzow von seiner Kindheit und Jugend. Die acht autobiografischen Geschichten zeigen "wie er zu dem furchtlosen Menschen wurde, der er heute ist." (Andrej Kurkow).
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.05.2019
Sascha Feuchert erinnert an den inhaftierten russischen Schriftsteller und Regisseur Oleg Senzow. Die Veröffentlichung des Buches mit Senzows autobiografischen Erzählungen hält er schon aus diesem Grund für immens wichtig. Wenn der Autor darin seine Kindheit auf der Krim beschreibt, laut Feuchert erinnerungsstark, eindringlich und doch nicht verklärend, belieben dem Leser sowohl die lichten wie auch die schmerzlichen Momente im Gedächtnis, so erklärt der Rezensent. Beeindruckend für Feuchert auch, dass die Geschichten das Werden und die Vergangenheit eines Schriftstellers bezeugen, als er noch frei war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.04.2019
Sonja Zekri erwähnt, dass Oleg Senzow in Sibirien im Knast sitzt, ein vom Putin-Regime Kaltgestellter wie so viele. Senzows hier zu lesende Erzählungen, neu übersetzt, geben der Rezensentin einen Eindruck davon, wie der Autor von einem Jungen mit Dickschädel zum Feind des russischen Geheimdienstes werden konnte. Senzows Kindheits- und Jugendgeschichten von der Krim scheinen ihr zwar so sentimental wie andere auch, das Außenseitertum des kleinen Oleg nichts Ungewöhnliches, doch lässt sich aus ihnen laut Zekri gut der Weg des Autors in die künstlerische Unabhängigkeit und den möglicherweise auch etwas selbstgerechten Idealismus ableiten.
Rezensent Jens Uthoff versichert, dass Oleg Senzows Erzählungen über seine Kindheit in der Provinz auf der Krim nicht nur lesenswert sind, weil damit an den politischen Gefangenen erinnert wird, der nun schon seit fast fünf Jahren in russischer Haft sitzt. Der ukrainische Filmregisseur, der 2014 vom russischen Geheimdienst verhaftet und ein Jahr darauf in einem fragwürdigen Prozess wegen Terrorismus zu 20 Jahren Haft verurteilt wurde, habe ein "sanftes" Buch geschrieben, das mit seinen autobiografisch gefärbten Geschichten von Freundschaft, Kinderspielen, Familienverhältnissen und den Routinen in der UdSSR "tief schürfe", lobt der berührte Kritiker.
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