Der große Verleger von Franz Kafka, Heinrich Mann, Georg Trakl, Franz Werfel, Carl Sternheim, Karl Kraus, Robert Walser, Gustav Meyrink und vielen anderen erinnert sich: an seinen Beruf und die Abenteuer des Verlegens. Aber nicht nur von diesen Autoren erzählt Kurt Wolff, sondern auch davon, wie Verleger und Autoren zusammenkommen (und wie auseinander). Und er erzählt vom Verlegen im allgemeinen, vom nötigen Urteilsvermögen und noch viel nötigeren Enthusiasmus. In diesem Zusammenhang fällt dann auch der berühmt gewordene Satz: "Man verlegt entweder Bücher, von denen man meint, die Leute sollen sie lesen, oder Bücher, von denen man meint, die Leute wollen sie lesen. Verleger der zweiten Kategorie zählen für uns nicht - nicht wahr?"
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.02.2005
Der Wagenbach Verlag bringt zu seinem 40-jährigen Verlagsjubiläum die Erinnerungen des Verlegers Kurt Wolff als Taschenbuch heraus. Thomas Meißner ist charmiert von soviel geistigem Selbst- und Sendungsbewusstsein. Das nimmt nicht wunder, hat Wolff doch Autoren wie Kafka, Trakl, Karl Kraus oder Franz Werfel verlegt. Lieber verzichtete Wolff auf den großen Erfolg, als etwas zu verlegen, was er "banal, eitel und peinlich" fand. Zweimal nur hat die Verlegerlegende veritabel daneben gegriffen: Einmal ließ er sich den "Untergang des Abendlandes" eines gewissen Oswald Spengler entgehen, und zum zweiten patzte er, als ihm ein "närrischer Herr Professor" aus Triest in schlechtem Deutsch ein englisches Manuskript anbot - denn dieser Narr war James Joyce. Beim Blättern im Anhang stieß der Rezensent auf eine Liste von weiteren Erinnerungsschriften des Verlegers. Er bittet darum, diese doch auch noch zu publizieren.
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