Herausgegeben von Monique Truong. Aus dem Englischen von Johann Christoph Maas. Der Schriftsteller Lafcadio Hearn (1850 - 1904), als Sohn einer Griechin und eines Iren auf Lefkas geboren und bei Verwandten in England aufgewachsen, wurde als junger Mann mittellos nach Amerika geschickt. Dort wurde er Journalist und Autor, in Cincinnati und New Orleans, später in New York, dazwischen lebte er länger auf den französischen Antillen. Früh begann er sich für Japan zu interessieren, wohin er 1890 reiste, um nicht mehr zurückzukehren. Er nahm sogar einen japanischen Namen an und heiratete die Tochter eines Samurai. Seine Bücher über Japan hatten einen großen Einfluss auf das Bild Japans im Westen.
Monique Truong, die bislang zwei Romane vorgelegt hat, schreibt seit vielen Jahren an einem Roman über Hearn. Sie schätzt vor allem sein journalistisches Werk und hat eine Auswahl seiner besten Reportagen vorgenommen. Einige Texte erscheinen hier zum ersten Mal auf Deutsch.
Rezensent Hubert Winkels kann von Lafcadio Hearn gar nicht genug lesen. Allein wie der irisch-griechische, schon zu Lebzeiten legendäre Schriftsteller, dessen Werke das Japanbild bis heute weltweit prägen, verschiedene Gattungen, Schreibarten und Erzählstrategien verschwimmen lässt, ringt dem Kritiker größte Anerkennung ab. Wenn Hearn in seinen Reportagen und Romanen philosophische Betrachtungen und abenteuerliche Wendungen mischt und dabei präzise, bis an die "Grenze des Vorstellungsvermögens" reichende Beschreibungen liefert, wird Winkels geradezu zu umgehauen von der "Wucht" dieser "animistischen" Texte. Und so weiß der Kritiker gar nicht, ob er erst die beiden neu übersetzten Karibik-Romane "Chita" und "Youma" oder Hearns nun unter dem Titel "Vom Lasterleben am Kai" erschienene Reportagen über Wanderarbeiter und entlassene Sklaven aus Cincinnati und New Orleans lesen soll.
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