Aus dem Spanischen von Svenja Becker. Die Mulattin Zarite, genannt Tete, ist erst neun Jahre alt, als der junge Plantagenbesitzer Toulouse Valmorain sie als Dienstmagd für seine lebensuntüchtige Frau kauft. Doch in Tete schlummert eine andere Bestimmung als die der willfährigen Sklavin. Selbst als ihr Herr sie in sein Bett zwingt, als man ihr das erste Kind entreißt und ihr Geliebter sie verläßt, um sich den aufständischen Sklaven in den Bergen anzuschließen, verliert Tete ihr Ziel nicht aus den Augen: die Freiheit für sich und ihre Tochter. Der Konflikt zwischen den aufständischen Sklaven und den weißen Herren in Saint-Domingue eskaliert, und Tete muss eine schwere Entscheidung treffen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 05.10.2010
Wer es gerne süffig (im Sinne eines "karibischen Fruchtcocktails") mag, liegt mit Isabel Allendes neuem Roman richtig, meldet Kristina Maidt-Zinke. Der Plot: Saint-Domingue (heute Haiti) im 18. Jahrhundert. Das Mulattenmädchen Zarite wird als Sklavin an den Franzosen Valmorain verkauft, der es zu gegebener Zeit schwängert. Die selbstlose und starke Zarite zieht neben dem eigenen Kind noch das der verstorbenen Hausherrin groß, in den Wirren der Sklavenrevolte flüchtet sie nach New Orleans in die Freiheit. Allende hat für die Recherche der haitianischen Revolution großen Aufwand betrieben, weiß die Rezensentin, daher kommen die Liebhaber historischer Literatur auch auf ihre Kosten. Trotz der im Roman vorherrschenden schwülen Temperatur hat es die Rezensentin ab und an gefroren.
Ein wenig gelangweilt hat Ursula März diesen neuen historischen Roman der Isabel Allende gelesen, gelangweilt auch deshalb, weil das Fabrikmäßige an der Historienromanproduktion bei ihr doch wachsende Zweifel an der literarischen Qualität dieser Bücher aufkommen lässt. Die Geschichte spiele in der Dominikanischen Republik im 18. Jahrhundert, es gebe Sklaverei, "tolle Mulatten, tolle Mätressen, bevorzugt in Personalunion". Viel Sex natürlich, Aufstände und Vergewaltigung, heimliche Liebe und sagenhaft schöne Frauen. Was solle man dazu sagen, seufzt die Kritikerin, ein historischer Roman eben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.08.2010
Keine Frage für die Rezensentin: Isabel Allendes neuer Roman bietet wieder Exotismus deluxe. Ein safrangelbes Lesebändchen weist den Weg und dann ist Kathleen Hildebrand auch schon mittendrin in dieser Familiensaga mit hitzigen Liebsgeschichten vor dem Hintergrund der haitianischen Revolution von 1791. Die vier Jahre Recherche merkt Hildebrand dem Buch durchaus an, die Souveränität und Routiniertheit der Autorin auch. Leider, denn bei aller Vollständigkeit in der Darstellung der komplexen historischen Verhältnisse in der französischen Kolonie, lebendig ist das nicht, beschwert sich die Rezensentin, der die Charaktere wie Pappkameraden in einem Museumsdorf vorkommen. Lieber als Allendes historiografische Genauigkeit wäre der Rezensentin ein magischer Realismus gewesen, der die Weltsicht der Sklaven ernst nimmt und poetisch verwandelt.
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