Von Wolfgang Hübner und Tom Strohschneider. Es ist immer wieder versucht worden, die Lücke links der Sozialdemokratie zu schließen. Heute trauen nicht wenige Beobachter dem - seit 2005 alles in allem erfolgreich agierenden - Bündnis von Wahlalternative und PDS zu, das alte Gegensatzpaar von Reform und Revolution zusammenzubringen. Aber hat die neue Linke tatsächlich das Zeug dazu? Was bleibt von der alten PDS und was von der alten Sozialdemokratie? Kann sich die neue Formation dem beständigen Anpassungsdruck entziehen? Weist das Projekt über die staatsorientierten Konzeptionen von Vergesellschaftung hinaus? Kann die Linke auf die gravierenden Veränderungen bei politischer Organisation und Kommunikation angemessen reagieren? Wird sie einen Ausweg aus dem Widerspruch zwischen theoretischem Internationalismus und nationalstaatlicher Regulierung finden? Bisher füllt die Partei DIE LINKE nur eine Lücke in der politischen Repräsentation. Vielleicht entsteht daraus aber eine realistische Chance für ein neues demokratisch-sozialistisches Projekt nach dem Ende des sozialdemokratischen Zeitalters. Die Zukunft der Linken liegt in der Lücke.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.09.2008
Für einen lohnenswerten Beitrag in einer Welle an Veröffentlichungen über die Linke hält Mechthild Küpper das von Wolfgang Hübner und Tom Strohschneider geschriebene Buch "Lafontaines Linke". Darin gehen die zwei Autoren, die sich zwar selber der Programmatik der Linken zurechnen würden, der Partei "richtig an die Wäsche". Sie schreiben über die Entstehung, erinnern an "einige Irrlichtereien Lafontaines" um einer parteiinternen Kritiklosigkeit etwas entgegen zu halten, weigern sich aber, Prognosen über künftige Erfolge oder Niederlagen zu machen. Am deutlichsten steche die Skepsis hervor, mit der die Autoren die "radikale Rhetorik" und "Rebellenpose der früheren SPD-Verlierertypen" kommentieren. Besonders ist, dass Hübner als stellvertretender Chefredakteur von "Neues Deutschland" und Strohschneider als Redakteur bei "Freitag" und "Neues Deutschland" den Zusammenschluss der Linken aus nächster Nähe und sehr kontinuierlich mitverfolgt und stets kommentiert haben.
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