Mit Tabellen und grafischen Darstellungen. Die SED war die Staatspartei der DDR. An ihrer Spitze liefen die Fäden zusammen, mit denen Staat, Gesellschaft und Wirtschaft gesteuert wurden. Dennoch ist die Schlüsselrolle der Partei für die Aufrechterhaltung der Diktatur heute ein wenig in Vergessenheit geraten. Das öffentliche Interesse hat sich eher auf die Repressionsapparate, etwa das Ministerium für Staatssicherheit, konzentriert. Andreas Malycha und Peter Jochen Winters legen nun die erste Gesamtdarstellung zur Geschichte der SED vor. Dabei liegt das Hauptgewicht auf den innerparteilichen Wandlungen und Konflikten, den Machtrivalitäten und internen Führungskämpfen sowie auf den komplexen Wechselwirkungen zwischen Partei und Gesellschaft. Ebenso wie die Geschichte der SED endet auch dieses Buch nicht mit der Zäsur von 1990. Vielmehr spannen die Autoren den Bogen von der Gründung im Jahr 1946 bis zum Nachleben der SED in PDS und Linkspartei.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.04.2010
Leo Sillner sieht in dem von Andreas Malycha und Peter Jochen Winters herausgegebenen Band eine ausgezeichnete Gesamtdarstellung zur Geschichte der SED. Einschränkend erklärt Sillner, die Beziehung zur Sowjetunion würde von den Autoren etwas zu knapp gehalten. Ansonsten aber zeigt er sich beeindruckt von einer genauen Entwicklungsdokumentation, die vor allem Machtrivalitäten und interne Führungskämpfe in den Blick nimmt. Als Geschichte der DDR taugt ihm der Band nicht zuletzt, weil die Autoren kenntnisreich und kühl die ganze Entwicklung der SED von den Anfängen, der Sehnsucht nach einer neuen Arbeiterbewegung, über diverse Führungskrisen bis hin zu Glasnost, Perestroika und dem Zusammenbruch stufenweise analysieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.11.2009
Ein interessantes Autorenduo, stellt der Rezensent Karl Wilhelm Fricke erst einmal fest: Der eine, Andreas Malycha, war bis zum Ende der DDR Mitarbeiter am "Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED". Der andere, Peter Jochen Winters, langjähriger Berlin-Korrespondent der FAZ schon zu DDR-Zeiten. Für diesen Band haben sie sich die Arbeit geteilt: Malycha schildert die SED-Geschichte bis 1971, Winters setzt danach fort. Fricke lobt das Ergebnis als verlässlich und genau recherchiert und freut sich besonders, dass ohne weitere Umstände die Geschichte der SED bis in die Gegenwart der Linkspartei weiter verfolgt wird.
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