Lars Brandt

Alles Zirkus

Roman
Cover: Alles Zirkus
Carl Hanser Verlag, München 2012
ISBN 9783446238503
Gebunden, 224 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Trixi und Walter sind lange verheiratet. Er arbeitet in einer Werbeagentur, sie will Dokumentarfilme fürs Fernsehen machen, die jedoch auf mäßiges Interesse stoßen. "Luxusprobleme!", denkt Walter, denn er trägt nicht nur den harten Alltag auf den Schultern, sondern bemerkt auch als Einziger, wie die Wirtschaftskrise die Welt in einen Zirkus verwandelt hat. Wie kann er der weltfremden Bildernärrin endlich beibringen, dass uns das Wasser bis zum Halse steht? Mit Sprachwitz und spielerischer Ironie erzählt Lars Brandt die Geschichte eines Paars, das sich zur Wirtschaftskrise noch seine eigene erschafft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2012

Sehr genau seziert Samuel Moser diese Beziehungsgeschichte von Lars Brandt, zu genau. Eigentlich hätten wir das Buch schon gelesen haben müssen, um solcherlei Kritik nachvollziehen zu können. Was die Filmerin Trixi und den Werber Walter eint und trennt, wie Walter in der Wirtschaftskrise den Boden unter den Füßen verliert, das alles findet Moser glaubwürdig und auktorial souverän dargestellt, mal ironisch mitfühlend, mal kalt mit dem Skalpell. Was genau daran zu viel Gewicht hat, was verkürzt erscheint, hat der Rezensent zwar sicher gut erkannt, nachvollziehbar ist das für uns aber nicht.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 15.03.2012

Ganz erschlossen hat sich Lars Brandts zweiter Roman dem Rezensenten zwar nicht, dennoch hat sich Klaus Harpprecht von "Alles Zirkus" gut unterhalten gefühlt. Ohnehin schätzt der Kritiker den Sohn Willy Brandts für seine einzigartige Wunderlichkeit und lässt sich daher gern von diesem ebenso rätselhaften wie "ambitionierten" Roman einnehmen. Er begegnet hier nicht nur der ehrgeizigen Trixi, die einen Dokumentarfilm über den vollkommen vergessenen Maler Richard Lindner drehen will, sondern auch ihrem unsicheren Lebensgefährten Walter, der sich im Roman überwiegend mit seinem mit einer roten Pappnase versehenen Traum-Ich Dirk Amy Mohnerlieser auseinandersetzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2012

Hubert Spiegel nimmt die Lektüre des Buches auf sich wie ein Kreuz. Dass der ächzende Rezensent den Roman nicht nach 60 Seiten hinschmeißt, ist seinem Wunsch zu verdanken, doch noch etwas anderes als aneinandergereihte Klischees, Banalitäten und sprachliche Unbeholfenheiten darin zu finden. Und siehe da: Es gibt noch eine Konstruktion zu entdecken, die derart überfrachtet ist, dass Spiegel Welthaltigkeit und Gegewartsbezug zu den Ohren herauskommen. Lars Brandts Versuch, die Finanzkrise in einer kaputten Paarbeziehung (Er Werber, sie kunsthistorisch interessiert) zu spiegeln, misslingt für Spiegel mit absolut bewundernswerter Gründlichkeit.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.02.2012

Meike Fessmann hat sich von Lars Brandts zweitem Roman gut unterhalten und zugleich ziemlich beeindrucken lassen, wie sie lobt. Es geht um ein Paar in der Krise - er Kreativdirektor einer Werbefirma, sie Filmemacherin -, dessen Entfremdung aus der wechselnden Perspektive der Protagonisten ersichtlich wird, erfahren wir. Wie ein “kubistisches Gemälde" setzt sich so ein Beziehungsbild zusammen, in dem sich die kleinen Dinge zur großen Krise auswachsen, so Fessmann bewundernd. Der Rezensentin nimmt zudem erfreut zur Kenntnis, dass der Roman bei aller sorgfältigen Konstruktion sich dennoch empathisch in seine Figuren hineinversetzen kann und zudem kurzweilig zu lesen ist. Umso erfreulicher, weil Brandts Debütroman “Gold und Silber" bei Fessmann weniger gut angekommen ist, weshalb sie von der souveränen Erzählweise dieses Romans positiv überrascht ist.

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