Christoph Meckel

Einer bleibt übrig, damit er berichte

Sieben Erzählungen und ein Epilog
Cover: Einer bleibt übrig, damit er berichte
Carl Hanser Verlag, München 2005
ISBN 9783446205727
Gebunden, 268 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Wie erlebt das Individuum die Konfrontation mit seinem Zeitalter? Christoph Meckel zeigt anhand eines Zyklus Schauplätze einer Zeit, die überall ihre Trümmerstätten hinterlassen hat: Kasernen, die Regierungsinsel einer Diktatur, ein Monument in der Wüste - und immer wieder stellt er diesen Orten den Einzelnen gegenüber, um sich seiner Ausgangsfrage zu nähern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.06.2005

Zum siebzigsten Geburtstag des Autors kommt Michael Braun, der Rezensent des neuesten Erzählungsbandes von Christoph Meckel, immer wieder auf das literarische Gesamtwerk zurück, das sich im Rückblick als recht geschlossen erweist. Weit entfernt von gängigen Realismen zeichne Meckel immer wieder das Bild einer Zivilisation am Abgrund, entwerfe Szenen nicht genau verortbarer Katastrophen und Untergänge. Das Glück hat seinen Platz nur im Augenblick und in weiblichen Figuren, die für Hoffnung und Rettung stehen. All das findet sich auch in diesem Band, allerdings in offenbar besonders faszinierender Weise, findet Braun. Seine "Neigung zum Preziösen" habe Meckel diesmal zu beherrschen gewusst, freut sich der Rezensent, der das "feine Netz aus Selbstzitaten und Anspielungen" bewundert und sich von einem Sog ergriffen fühlt, dem er "sich kaum entziehen kann".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.06.2005

In einer ausführlichen Besprechung des neuen Erzählungsbandes betont Helmut Böttiger zunächst den Zusammenhang zwischen dem Zeichner und Autor Christoph Meckel. Die Figuren der Texte ähneln den Figuren der Radierungen, sie "wandern in rhythmischen, suggestiven Bewegungen" durch die Geschichten, sind psychologisch nicht aufschließbar, immer wiederzuerkennen, ohne dass das je "stereotyp" würde. Auch die Meckel-Welt sei im neuen Buch der aus dem bisherigen Werk vertrauten ähnlich, wenn auch deutlicher "ins Graue verschoben", voll von Untergang, Müll, Katastrophenlandschaften. Als in gleich zwei der neuen Geschichten auftauchendes Symbol drängt ein riesiger "Koloss" sich dem Leser auf, entzieht sich aber, so Böttiger, sogleich wieder jeder eindeutigen Lesbarkeit. Besonders bewundernswert findet der Rezensent, wie es dem Autor gelingt, in jeder der Geschichten bei aller Ähnlichkeit in Anlage und Ton in seinen Variationen eine sich zusehends verdichtende Stimmung zu erzeugen.
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