Laszlo Földenyi

Schicksallosigkeit

Ein Imre-Kertesz-Wörterbuch
Cover: Schicksallosigkeit
Rowohlt Verlag, Reinbek 2009
ISBN 9783498021221
Gebunden, 365 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Ungarischen von Akos Doma. Imre Kertesz ist längst ein Klassiker der europäischen Literatur nach 1945. In seinen Romanen, Essays und Tagebüchern beschäftigt sich der Literaturnobelpreisträger auf ungewöhnliche und bisweilen provozierende Weise mit der Conditio humana nach Auschwitz. Meist wird Kertesz Werk autobiografisch gelesen, doch das eigene Leben dient ihm eher als Nährboden, auf dem er seinen facettenreichen poetischen Kosmos entfaltet. Mit dem Kertesz-Wörterbuch liegt ein Hilfsmittel vor, das die komplexen Zusammenhänge in seinem Ouvre erhellt und Orientierung bietet. Die über 100 Einträge stellen charakteristische, interessante oder merkwürdige Begriffe vor, die bei Kertesz immer wieder auftauchen: von A wie 'Anführungszeichen' und F wie 'Fußballplatz' über G wie 'Glück' und N wie 'Natürlich' bis hin zu W wie 'Wolkengrab'. Jeder einzelne dieser Artikel, die der ungarische Literaturwissenschaftler Laszlo Földenyi verfasst hat, ist ein Essay, der dazu anregt, sich wieder in Kertesz' Bücher zu vertiefen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.12.2009

Imre Kertesz' Überzeugung, dass das literarische Erzählen des 19. Jahrhunderts nach Auschwitz verloren ist und die daraus resultierende Erzählhaltung kann der Autor dieses Leitfadens zu Kertesz' Werk laut Rezensentin Franziska Augstein gut nachvollziehen. Nicht über das Werk, sondern interpretatorisch das Werk und den Autor begleitend führt der Essayist und Literaturwissenschaftler Laszlo F. Földenyi die Rezensentin tief hinein in eine Welt, in der Begriffe wie "Gott" oder "Gnade" sehr weltlich verstanden werden. Die "schöne, saubere" Übertragung des Buches ins Deutsche steigert für Augstein den Gewinn.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.11.2009

Selten sei so konzentriert und unprätenziös formuliert worden, warum man an Imre Kertesz in der Nachkriegsliteratur nicht vorbeikomme, feiert Iris Radisch dieses Kertesz-Wörterbuch des ungarischen Philosophen und Literaturwissenschaflers Laszlo F. Földenyi. Aus ihrer Sicht ist diese "umfassende Kertesz-Weltdeutung in über hundert Begriffsscherben" ein Höhepunkt der Kertesz-Erschütterung. Nie zuvor habe jemand so "unumwunden" das Besondere an dieser Literatur auf den Punkt gebracht: Kerteszs demütigen und schockierenden Verzicht auf literarische Brillanz. Kertesz, der "jenseits der amtierenden Literatursprachen" eine Sprache für Auschwitz gefunden habe. Nach Auschwitz lasse sich nur noch in einer "atonalen Sprache" schreiben, wie Földenyi es formuliere. Fasziniert, immer wieder auf Rätsel stoßend, blättert die Rezensentin sich durch die Buchstaben dieses Wörterbuchs, und bleibt mitunter bewegt an einem Stichwort hängen, an dem sie eine ganze Kertesz-Kosmologie festmachen kann. Kein Buch für Einsteiger, warnt sie allerdings auch.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.10.2009

In seinem "Imre-Kertesz-Wörterbuch" versammelt der Literaturwissenschaftler Laszlo Földenyi einhundertzehn Artikel zu Stichwörtern, die ins Kertesz'sche Werk hineinführen -- eine "faszinierende Annäherung" an den ungarischen Schriftsteller, findet Rezensentin Ilma Rakusa. Neben erwartbaren Stichwörtern wie "Katastrophe", "Auschwitz" oder "Schreiben" behandelt Földenyi auch einige, die Rakusa eher "befremdlich" findet, etwa "Ohrstöpsel" oder "Kugelschreiber". Andere, mit denen die Rezensentin gerechnet hätte, fehlen ganz. Mit seiner subjektiven Auswahl gelingt es dem Literaturwissenschaftler jedoch, Zusammenhänge und Paradoxien in Kertesz' Werk aufzuzeigen, wie dies in einer monografischen Darstellung nicht gelungen wäre, bemerkt Rakusa. Laszlo Földenyi ist Imre Kertesz' Werk "so nahe gekommen wie bisher kaum jemand", bilanziert sie beeindruckt.

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