Eine junge Künstlerin und Mutter muss sich von ihrem geliebten Onkel verabschieden, der im Sterben liegt. Dabei denkt sie unweigerlich an ihren Vater, der in ihrer Kindheit ihre Familie verlassen hat. In ihrer Auseinandersetzung mit diesem doppelten Schmerz fängt sie an, sich immer mehr mit Kalk zu beschäfti gen. Schließlich ist sie mit ihrem Onkel immer gern in die Berge gegangen.Indem sie dem Abstrakten etwas Konkretes entgegen setzt, indem sie Fossilien im Kalkstein freilegt oder eine Kalkbrennerei besucht, findet sie ihren eigenen Weg, ihre Trauer zu bewältigen. Dabei lernt sie nicht nur viel über sich selbst, sondern auch über die Natur, und ganz nebenbei entstehen Freundschaften, die von Dauer sind.
Kann aus Kalk ein guter Roman entstehen? Zuerst ist Rezensent Tobias Lehmkuhl noch optimistisch. Laura Vogt nimmt sich in ihrem neuen Buch diesem Gestein an, das als Metapher zum einen ans Düngen von Feldern gemahnt, zum anderen auch an den menschlichen Körper, da unsere Knochen kalkhaltig sind. Bei Vogt hat Kalk mit dem Sterben zu tun, genauer gesagt mit dem Sterben von Per, dem geliebten Onkel der Erzählerin, die mit der Autorin einige Eigenschaften teilt, aber keineswegs mit ihr identisch ist. Vogts Buch lehnt sich an Joan Didions "Jahr des magischen Denkens" an, kann diesem aber, findet der Rezensent, keineswegs das Wasser reichen. Insbesondere nicht in der deutlich schwächeren zweiten Hälfte des Buches, die allzu pathosgetränkt ist und sich teils fast anfühlt wie eine verschriftlichte Therapiestunde. So fällt das Fazit einigermaßen ungnädig aus: Literatur ist dieses Buch für Lehmkuhl zum Ende hin höchstens bedingt.
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