Carl Hanser Verlag, München 2026
ISBN
9783446285842 Gebunden, 176 Seiten, 23,00
EUR
Klappentext
Er nennt sie Mačak - Kater - oder seine Diamanten. Hin und wieder auch Trottel, wenn sie seine Witze nicht verstehen. Doch egal, wie viele Namen ihr ex-jugoslawischer Vater ihnen gibt, wie viel Lammkeule und Wein er serviert, die Lücke, die der Tod der Mutter hinterlassen hat, vermag er nicht zu füllen. In seinem tragikomischen Debüt erzählt David Vajda von vier erwachsenen Geschwistern und ihrer exzentrischen, über die Welt verteilten Familie zwischen Boheme und deutschem Großbürgertum, zwischen Berlin und Hollywood. Sie treffen sich in Griechenland zur opulenten Hochzeit des Onkels, in Belgrad am Grab von Tito, in der Provence mit ihrer esoterischen Tante - nur trauern können sie nicht. Lieber flüchten sie sich in Sarkasmus oder ins Groteske und frönen dem leichten Verweilen.
Gleich zwei besondere Debüts darf Rezensent David Hugendick entdecken: Er hält die Romane von David Vajda und Son Lewandowski für herausragende Beispiele unter den deutschsprachigen Frühjahrserscheinungen. In "Diamanten" von David Vajda beschreibt er eine bohemehafte Familie nach dem Tod der Mutter, deren flüchtige Treffen an Orten wie Griechenland oder der Provence geprägt sind von Trauer, Sarkasmus und filmischer Spannung. Hugendick lobt Vajas szenische Meisterschaft, die tiefe Charaktere ohne Psychologie erzeugt, sowie das Tempo und die leichte Schwere - ein "kleines Kunststück", das zum Mitfühlen einlädt. Den Figuren attestiert der Kritiker eine geradezu "glühende Präsenz", die ihm diese verlorene Familie so lebhaft vor Augen führt, dass er vergisst, dass sie "nur aus Papier" ist.
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