Aus dem Amerikanischen von Birgitt Kollmann. Es ist Melindas erstes High-School-Jahr; darauf hatte sie sich gefreut. Doch jetzt ist es wie ein böser Traum: Von ihrer Clique wird sie geschnitten, die neuen Mitschüler reagieren abweisend, die Lehrer, aber auch Melindas Eltern erkennen nicht, dass hinter ihrer Antriebslosigkeit, ihrer Bockigkeit, ein tiefes Trauma steckt. Melinda wurde auf einer Fete von einem älteren Schüler vergewaltigt...
Dieses Buch vermittelt dem Leser neben dem Lesevergnügen auch Wissen, ist Rezensent Siggi Seuss überzeugt. Und zwar weitreichende soziologische Erkenntnisse über das Verhältnis zwischen offiziellen schulischen Strukturen und Repräsentanzen und den tatsächlich bestimmenden Faktoren des gesellschaftlichen Miteinanders. Die Autorin versteht es, die "komischen, tragischen und ...empirischen" Facetten einer klassischen Außenseiterkarriere an einer amerikanischen Schule zu vermitteln, so Seuss weiter. Den immer "sarkastischeren" Unterton der Erzählung findet der Rezensent durchaus schlüssig, denn "wie ließen sich Bigotterie, Dummheit...von Lehrern, Schülern und Eltern sonst ertragen, wenn nicht durch bissigen Spott?" Eine intelligente "subtile Tragikomödie" so das Resümee zu diesem Jugendbuch.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.11.2001
Das Buch, strahlt Cathrin Kahlweit, sei selbst unter der Vielzahl der guten Jugendbücher ein außergewöhnliches Werk, eine Klasse für sich. Sowohl im Hinblick auf die Mehrgleisigkeit, den Humor und die Sprache der Außenseiter-Geschichte, die das Highschool- Mädchen Melinda hier erzählt, sollen wir das verstehen als auch hinsichtlich des Anspruchs, den die Autorin mit ihrem Buch bedient. Tatsächlich klingt es, wenn Kahlweit ihre Faszination bekundet, eine metaphorische Ebene der Handlung offen legt und über die "fast satirische Schilderung des amerikanischen Schulalltags" spricht, geradeso, als eigne sich die Story um eine Vergewaltigung und die Folgen vor allem auch für Erwachsene.
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