Über 500 Abbildungen. Vorwort von Maurice Jardot, Texte und Tafeln von Le Corbusier. Ein lange vergriffener Klassiker ist wieder erhältlich: "Mein Werk" - ein ebenso persönlicher wie umfassender Streifzug durch das Schaffen Le Corbusiers, von ihm selbst verfasst und arrangiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 17.01.2002
Ein distanziertes Verhältnis hat Christian Thomas zu Le Corbusier. In der Stadtplanung habe der Architekt "Schaden angerichtet", vermerkt der Rezensent kühl. Und doch: dies ist ein "wundervolles " Buch, schreibt er. Nicht nur, weil L-C, wie er selbst kürzelte, außer Bettensilos und Wohnmodulen natürlich auch ganz herrliche Baukunstwerke hinterlassen hat. Es ist wohl vor allem der Ton, der Thomas an diesem 1960 erstmals erschienenen Buch fasziniert. L-C spricht darin über sich nur in der dritten Person, als sei damit Objektivität garantiert. Und er schneidet natürlich in der Bewertung seiner Leistungen "glänzend" ab, bemerkt Thomas. Doch hinter den "Manipulationen" und der Polemik steckt, wie Thomas deutlich beeindruckt feststellt, Ekstase, Leidenschaft und "Enthusiasmus für die dramatische Geste". Von einem "Vollkommenheitsfuror" sei L-C besessen gewesen. Zum Beweis erzählt Thomas noch eine hübsche Anekdote, die nicht aus dem Buch stammt. Eines Tages habe Maler Fernand Leger L-C auf einem Rad fahren sehen. "'Er bewegte sich sehr ruhig vorwärts', meinte der Maler, 'und beachtete peinlich genau die Gesetze der Perspektive.'"
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.12.2001
Le Corbusier, mit bürgerlichem Namen Charles-Edouard Jeanneret, schuf nicht nur weltberühmt gewordene Gebäude, sondern auch ein Werk, in dem er sich selbst in den Mittelpunkt stellte. Dieses Werk, "Mein Werk", erschien 1960, berichtet der Rezensent mit dem Kürzel "holi" - für ihn zweifellos eine "hinreißend schöne", "fulminant collagierte" Selbstdarstellung des Autors. Auch wenn Le Corbusier darin etwas selbstverliebt über moderne Architektur schreibe - das Buch sei eine Liebeserklärung an das Licht und an die Luft sowie ein kunstvolles Spiel mit den Formen. Für "holi" ist es unbestritten ein Gesamtkunstwerk, das nun wieder, freut sich der Rezensent, als Faksimile vorliegt.
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