Übersetzt und mit einem Nachwort von Christina Youn-Arnoldi. Mit seelischen Wunden ringt jeder Angehörige der Familie des Herrn Kiljung. Während er selbst in aufrechter Haltung allen Widrigkeiten zu trotzen versucht, leidet seine Frau unter seinem despotischen Wesen, die vier Söhne schwanken zwischen Flucht und Aufbegehren, und passiv und introvertiert erträgt die Tochter das Leben im Elternhaus. In ihrem Roman "Das Haus auf dem Weg" schildert Lee Hye-Kyung nicht nur den Zerfall einer Familie, denn aus den individuellen Perspektiven der Charaktere werden die Zustände in der koreanischen Gesellschaft auf anschauliche Weise sichtbar gemacht...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 01.07.2006
Nach Einschätzung des Rezensenten mit dem Kürzel L.L. ist Lee Hye-Kyoungs Familienroman "Das Haus auf dem Weg" ein subtiler Roman, in dem auch die südkoreanischen Studentenunruhen von 1980 als Subtext vorkommen. Die Präsenz dieses Themas in diesem "eher stillen, von gröberen stofflichen Reizen freien Roman" ist seiner Einschätzung nach Beleg dafür, wie wichtig dieses Ereignis in der koreanischen Gesellschaft heutzutage noch ist. In den Augen des Rezensenten bietet das Buch eine interessante, vielschichtige Aufsicht auf dieses und auf andere Themen - beispielsweise wird auch der Schamanismus und das Matriarchat reflektiert. Er lobt "das hochartifizielle multiperspektivische Erzählen" das eine "monopolisierte Sicht der Dinge" vermeidet.
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